15. November – Tag des unbekannten Googlers

Lieber unbekannter Googler, auch wenn die Beziehung zwischen Ihnen und mir häufig auf schrecklichen Missverständnissen beruht – heute werden Ihre Fragen ernsthaft beantwortet und Ihre Kommentare kommentiert, heute suchen Sie nicht ins Leere hinein, sondern begegnen einem verständnisvollen Gegenüber. Sie fragen, ich antworte.

Wiesenrauke
Fast. Versuchen Sie es ruhig noch einmal.

Wiesenraute
Gut! Jetzt ist es richtig!

t Hart das Heulen der ganzen Welt
Fast. Versuchen Sie es ruhig noch einmal.

Belsazar Versmaß
Jetzt haben Sie keine Lust mehr, was? Aber literarisch interessiert sind Sie schon, hm?
Also: Jambus. Vier Hebungen in jedem Vers. Nicht immer regelmäßig, es kommen Daktylen oder Anapäste hinzu, je nachdem, wie man die Sache mit dem Auftakt sieht. Die entscheidende Frage ist, warum das Metrum zuweilen wechselt. Heißer Tipp: Hat was mit dem Inhalt zu tun. Aber so genau wollten Sie das wahrscheinlich gar nicht wissen, oder?

Glückskeks Sie können Ihrem traum begegnen
Ja, Sie Scherzkeks, aber will ich das überhaupt?

wandloch füllen synonym
Synonym für Wandloch oder für füllen? Für Wandloch fällt mir keins ein.

wir legen jedes 1 stein hier hin; eng
Vielleicht wäre es weniger eng, wenn nicht jedes von Ihnen einen Stein hinlegte, sondern nur einige. Man könnte auch einfach kleinere Steine nehmen.

wiesenraute pferde
Nein. Pferde spielen hier ganz und gar keine Rolle.

Wiesenraute Pferde
Wirklich nicht, glauben Sie mir.

Fellkrankheit bei Pferden
Jetzt ist aber Schluss. Pferde interessieren mich überhaupt gar nicht. Maarten ‘t Hart interessiert mich und Heinrich Heine auch, und notfalls interessiere ich mich auch dafür, Wandlöcher zu füllen und Steine irgendwohin zu legen, aber Pferde – nein.

Kuhketten
Sie lassen nicht locker, was? Sie möchten unbedingt weiter über Tiere reden? Vergessen Sie’s! (Und was Kuhketten sind, musste ich auch erstmal googeln: nicht etwa Reihen von hintereinander stehenden Kühen, sondern „Rinderanbindungen“, wie das Fachwort lautet.)

jimmy braun das war ein seemann gitarre lernen
Na, dann los. Sagen Sie Bescheid, wenn Sie’s können. Sie dürfen es mir auch vorsingen.

there once was a fellow who owned a yellow cello
Kenn ich nicht, tut mir leid. Da stimmt auch mit dem Rhythmus was nicht.

Zitate von Dumbledore
“Of course it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it is not real?”
“Age is foolish and forgetful when it underestimates youth.”
“P.S. I enjoy acid pops.”
“Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it.”
“Welcome to a new year at Hogwarts! Before we begin our banquet, I would like to say a few words. And here they are: Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!
“Scars can come in handy. I have one myself above my left knee that is a perfect map of the London Underground.”
Ein Ausbund an Weis- und Albernheit, dieser Dumbledore.

ich habe mich in dich verliebt
Macht ja nichts; natürlich passiert das alles nur in Ihrem Kopf, aber das muss ja nicht heißen, dass es nicht wirklich ist.

Wetter Durchsage
Grauer Himmel, Nieselregen, 11 Grad. Und ich bin jetzt extra aufgestanden, um das Thermometer abzulesen. Das ist ein Service, oder?

Wiesenraute Pferde
So, jetzt reicht’s. Bis zum nächsten Jahr.

Einkaufslyrik (18)

Nachdem Heinz‘ Arbeitskollegen ihn in letzter Zeit ganz gemein geärgert hatten, ließ er seine Geburtstagsfeier im Betrieb in diesem Jahr kurzerhand ausfallen. Das hatten sie nun davon.

Frühere Folgen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17

Drei Bücher

Ich bin im Moment ziemlich schreibfaul, es gibt so Phasen. Dagegen hülfe Tagebuchbloggen, aber hier sind Ferien und ich sitze ziemlich viel am Schreibtisch und korrigiere, und weil ich das tue, muss ich noch nicht mal prokrastinieren – ein tödlicher Kreislauf. Also, tödlich fürs Blog.
In solchen Fällen hilft auch manchmal ein Blick auf diese praktische Liste, aber was Topinambur ist, wissen inzwischen alle, und Nebel finde ich gar nicht doof. Rosenkohl finde ich doof, und ich könnte durchaus eine Geschichte aufschreiben, in der es darum geht, wie ein Kind stundenlang vor einem Teller Rosenkohl sitzt und versucht, die einzelnen (wie heißen die? Knospen?) Knospen verschwinden zu lassen, ohne sie aufzuessen. Dazu könnte ich ein Bild malen, auf dem die genaue Anordnung der letzten fünf Knospen auf dem Teller zu sehen ist, so, wie sie sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat. (Das war übrigens das erste und letzte Mal, dass sie das mit mir gemacht haben; das Szenario „Kind, das auf Rosenkohl starrt“ war ihnen dann wohl auch zu langweilig – und alles andere habe ich auch anstandslos gegessen.) Aber das will ich gar nicht aufschreiben, denn ich bin ja, wie gesagt, nur schreibfaul, nicht unkreativ im Ausdenken von Themen fürs Blog.
Tatsächlich will ich schon seit längerem über drei Bücher schreiben, allein es gebricht an besagter Faulheit. Also – sei es als Aufforderung oder Gedächtnisstütze für mich selbst, sei es als Ratespiel für die geschätzte Leserschaft – poste ich einfach die Bilder, die ich zum Zwecke der Prokrastination und Illustration schon mal aus diesem Internetz herausgesucht hatte.

Bild eins.

Bild zwei.

Bild drei.

Und, falls es Sie interessiert, inzwischen esse ich Rosenkohl, aber nur, wenn es nicht anders geht, und noch immer nicht gerne.

Drei Birken im Nebel

Rilke, Herbsttag

Ach, das kennen Sie doch sowieso alle auswendig.

Limerick (111)

Ein Knabe aus Tehuantepec
der lief auf der Bahn seiner Tante weg;
sie lief hinterher,
denn sie liebte ihn sehr,
und außerdem trug er ihr Handgepäck.

Literaturnobelpreis

Die Regeln sind ja nun seit Jahren so: Einen Punkt bekommt, wer den Namen des Autors schon einmal gehört hat. Zehn zusätzliche Punkte gibt es dafür, schon einmal ein Buch dieses Autors gelesen zu haben. Von elf möglichen erreichte ich in diesem Jahr null Punkte. Wie so oft. Tja.