DSDS

Wir besitzen keinen Fernseher, müssen wir vorausschicken, und das schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Als wir neulich für ein paar Tage in Lissabon waren, sah es die Pension, in der wir wohnten, als besonderen Service an, uns einen ins Zimmer zu stellen. Um den Sonnabend zu beschreiben, um den es geht, nehmen wir das böse L-Wort nur ungern in den Mund – nennen wir ihn also einen Tag der Unentschlossenheit. Immerhin, er wurde begonnen mit Frühsport, dem Aufstieg auf den höchsten Miradouro Lissabons. Es ist der „Miradouro Nossa Senhora do Monte“, und man fühlt sich dort als „schwebe man in einem Raumschiff über der Stadt“ (Zitat aus dem Reiseführer). Das können wir bestätigen. Danach waren wir unentschlossen. Wir suchten halbherzig verschiedene Kachel-Shops auf, deren Ware aber entweder unschön oder zu teuer war, und um drei Uhr nachmittags waren wir wieder zurück in der Pension. Die Suche nach einem Kino für den Abend fruchtete auch nicht – in der Innenstadt gibt es kaum welche, das einzige, das wir fanden, zeigte eine Fado-Doku auf Portugiesisch. So kam es, dass wir fernsahen. Deutschland sucht den Superstar. Das heilte uns im Handumdrehen von jeder Unentschlossenheit, und wir befanden einstimmig und entschlossen: Nie wieder.


  1. Kann ich gar nicht verstehen, wie man DSDS nicht für sehenswert befinden kann. :) Aber mal im Ernst, mir geht es ähnlich, ich schaue auch so gut wie kein Fernsehen mehr, da es in Deutschland aus meiner Sicht keine interessanten Konzepte im Fernsehen gibt oder Sender durch zu viel Werbung einfach uninteressant werden. Die logische Konsequenz für mich ist Video on Demand.

    Dienstag, 10. April 2007, 16:09 Uhr von Nutch

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