Archiv Mittwoch, 10. Oktober 2007

Gedruckte Hamburger

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Buchmesse – Hochkonjunktur für Literaturkritiker, und Sigrid Löffler läuft heuer zu ganz großer Form auf: Zuerst eine Schmähtirade über den diesjährigen Büchnerpreisträger Martin Mosebach, dann eine vernichtende Kritik am Auswahlverfahren für den Deutschen Buchpreis, und am vergangenen Sonntag ein im Deutschlandfunk über Globalisierungserscheinungen im Literaturbetrieb – meinungsfreudig und unterhaltsam allesamt.
Frau Löffler kann ja die Dinge immer sehr wirkmächtig auf den Punkt bringen und beschreibt im Radiointerview die Sehnsucht des Buchmarktes nach dem globalisierten Massenbuch – marktgängig, weltweit anschlussfähig, leicht übersetzbar, verfilmbar, hohe Verkäuflichkeit bei geringem Risiko für die internationalen Medienkonzerne – als Verlangen nach dem „gedruckten Hamburger“.
Zwischendurch sagt Frau Löffler dann noch den Satz: „Unser Bild der Weltliteratur ist gefiltert durch das, was übersetzt wird.“ Wohl wahr.