Gabriele und Babsi, bitte meldet euch!
Montag, 31. Dezember 2007Wo zum Teufel habt ihr euch versteckt, dass die Leute in den letzten Tagen wie wild nach euch suchen?
(Hier jedenfalls nicht.)
Wo zum Teufel habt ihr euch versteckt, dass die Leute in den letzten Tagen wie wild nach euch suchen?
(Hier jedenfalls nicht.)
Aus Gründen exzessiv im Duden geblättert und dabei wundersamen und absonderlichen Wörtern begegnet:
Staps
besömmern
Nagelfluh
Hetschepetsch
karjuckeln
Söldling
Speik
Zwilch
Trilobit
Affodill
Sie wollen wissen, was die bedeuten? Mein Gott, dann gucken Sie doch einfach nach.
Dies Buch trägt die Ergüsse deiner Seele.
Mein Sohn, du bist poetisch angehaucht.
Zwar sind die Reime ohne Fehle,
doch die Gedanken sind in Finsternis getaucht.
Auch scheint es mir, da du noch jung an Jahren,
dass dein Erleben in der Liebe nur erträumt.
Ich fürcht’, du bist darin noch reichlich unerfahren.
Beeile dich. Du hast schon viel versäumt.
Ein Mädel wird sich schön bedanken,
wenn deine Glut nur aus Gedichten spricht.
Was nützt die Liebe in Gedanken?
Kommt die Gelegenheit, dann kannst du’s nicht.
Doch ist das noch kein Grund, sich zu erschießen.
Die Kugel spare dir zu anderm Zweck.
Auch mögen viele Tränen fließen –
das lohnt sich nicht für solchen Dreck.
Hilde Scheller, 1927
Ein schöner Ausdruck, zwischen den Jahren, genau wie die kleinen Stunden, the small hours. Besondere Zeit in beiden Fällen, Ausnahmezustand jenseits der chronometrischen Messbarkeit. Man zieht Bilanz zwischen den Jahren, man guckt zurück und nach vorne, man überlegt sich: Was wird vom vergangenen Jahr übrig bleiben und was wollen wir mal lieber ganz schnell vergessen? Was gab es zu betrauern, worüber lässt sich kultiviert jammern, gab es überhaupt irgendeinen Grund zur Freude?
Um das Jahr in den Griff zu bekommen, zerlegen wir es uns in handliche Kästchen und Schublädchen – und dann mal los.
Neue Leute
Neue Orte
Todesfälle
Verschüttete Erinnerung, wieder aufgetaucht
Wichtige Erkenntnisse
Vorsätze für das nächste Jahr
Weihnachten - hohe Zeit, kurz mal wieder an das Fliegende Spaghettimonster zu erinnern.
Außerdem ist vorgestern der grandiose Jazzpianist Oscar Peterson gestorben, hier im ungewöhnlichen Trio mit Doppelbass. You look good to me.
Der folgende Text, Verfasser unbekannt, kursierte vor ungefähr zweieinhalb Jahren im Internetz. Er hat etwas Angeberisch- Verlogenes, enthält einen kapitalen Denkfehler, und der letzte Absatz ist unerträglich pathetisch. Er ist aber gleichzeitig auch wahr genug, ihn noch einmal zu veröffentlichen.
Wenn du nach 1978 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun … verschwinde! Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass du so lange überleben konntest. Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso die Flasche mit Bleichmittel. Auf dem Fahrrad trugen wir niemals einen Helm. Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy dabei.
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer uns selbst. Keiner fragte nach Aufsichtspflicht. Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht. Wir aßen Kekse, Brot mit Butter dick, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen. Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde. Wir gingen raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht zu klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns. Wie war das nur möglich?
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöckchen und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus. Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung. Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei!
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen. Und du gehörst auch dazu. Herzlichen Glückwunsch!
An exceedingly fat friend of mine,
when asked at what hour he’d dine,
replied: „At eleven,
At three, five, and seven,
And eight and a quarter past nine.”