Archiv Februar 2008

Nützlicher Tipp

Mittwoch, 27. Februar 2008

Eine gute Haltung zu Pferd
stiehlt dem Gegner den Mut,
dem Zuschauer das Herz -
wozu erst noch angreifen?
Sitze wie einer,
der gesiegt hat.

Friedrich Nietzsche

Stirket die Verben!

Sonntag, 24. Februar 2008

Sonntag, der vierundzwanzigste Februar – ein ideales Datum, um an eine Organisation zu erinnern, die schon seit vielen Jahren emsig und beharrlich ihrer wichtigen Arbeit nachgeht, in der Öffentlichkeit aber leider immer noch viel zu wenig Beachtung findet: die Gesellschaft zur Stärkung der Verben.
Ihre Seite ist ein Hort des Trostes und der Zuflucht; sie ist bundesweit die einzige „Anlaufstelle für schwache und geknochtene Verben, denen der Weg in die Unregelmäßigkeit erlirchten werden soll“. Denn mit Erschrecken musste die Organisation zur Kenntnis nehmen, dass in der Welt der Tuwörter ein erbarmungsloser, umgekehrt darwinistischer Existenzskampf tobt, in dem die starken Verben von den schwachen immer mehr verdrängt werden. The survival of the weakest - ein seltsames bio-linguistisches Phänomen: Die unregelmäßigen Konjugationsformen werden entweder überhaupt nicht mehr benutzt (wer sagt schon „wenn ich könnte, büke ich einen Kuchen“) oder sie werden mit schleichender Heimtücke allmählich und beinahe unmerklich verregelmäßigt („die Zigarette eines einsamen Rauchers glimmte in der dunklen Nacht“).
Werden buk und glomm bald ausgedient haben, zu den toten Wörtern zählen, auf dem Müllhaufen der deutschen Sprache verrotten? Nur über unsere Leichen, dachten sich die Mitglieder der Gesellschaft zur Stärkung der Verben und schritten zur Tat. Sie luden flugs alle bedrohten Verben auf ihre Seiten ein, wo sie ihre Unregelmäßigkeit ungehindert ausleben dürfen.
Aber das ist noch nicht alles. Auch schwache Verben sind willkommen, sofern sie bereit sind, sich der unregelmäßigen Konjugation zu unterziehen und dadurch stärker zu werden. Die Formen, die diese Behandlung hervorbringt, sind schillernde Gebilde von edler und launischer Schönheit – echte Bereicherungen für die deutsche Sprache. Aus dem klangvollen aber bisher etwas schwachbrüstigen bellen wird auf diese Weise boll, bölle, gebollen (Indikativ Präteritum, Konjunktiv II, Partizip Perfekt), aus erquicken wird erquack, erquäcke, erquocken, aus äffen wird uff, üffe, geoffen und aus plumpsen wird plomps, plömpse, geplompsen.
Schwieriger zu konjugieren sind Verben mit Diphtongen im Stamm wie zum Beispiel feiern (firr, firre, gefirren) oder erkeichtern (erlircht, erlirchte, erlirchten). Und im Fall der Konjugation K2, der saltatorischen Konjugation der Liquida, ist es sogar nötig, die Suffixliquida wegen eines weiteren sonoranten Konsonanten im Stamm (l, m, n oder r) besonders weit nach vorne zu verschieben – etwa wie bei schildern (schrald, schrälde, geschrolden).
Eine ganz neue Welt tut sich da auf, und hätten wir mehr Zeit, wir spölen den ganzen Tag lang mit gezunkenen Karten, würfen verwolkene Blumen weg, schwiffen ab, stärzen uns in Abenteuer, hantoren mit gehunkenen Vergleichen, gägen ausführlichst, begnögen uns mit weniger Geld und stürken Verben ohne Ende.

Limerick (36)

Samstag, 23. Februar 2008

There was an old party of Lyme
who married three wives at one time.
When they asked, “Why the third?”
he said, “One is absurd,
And bigamy, sir, is a crime.”

Fahrradfahren im Dunkeln

Mittwoch, 20. Februar 2008

Hier auf dem Lande gibt es noch eine ordentliche Sperrmüllabfuhr. Der Blick aus dem Fenster zeigt jetzt also eine Anrichte mit Goldrand und ein Ehebett in dreiunddreißig Einzelteilen. Das loben wir uns, denn das ist mal was anderes als die winzigen Regentropfen, die heute hier schon den ganzen Tag vom Himmel fallen.
Am letzten Freitag hingegen ließ die Sonne es sich nicht nehmen, ungetrübt auf die Heide hinabzustrahlen – abends konnte mit Fug und Recht behauptet werden, heute sei doch mal ein richtig schöner Wintertag gewesen. Na klar, war ja auch Elternsprechtag. Den verbrachten wir im Krankenzimmer, wegen Raumknappheit („Legen Sie sich mal hier hin und machen Sie sich frei…“), hörten uns dreieinhalb Stunden lang Dinge über mehr oder weniger pubertierende Kinder an und gaben auch selber welche zum Besten. Danach hatten wir die Wahl: Fernsehen oder Fahrradfahren im Dunkeln. Beides geeignet zum Abreagieren.

Grau-en-haft!

Mittwoch, 6. Februar 2008

Drüben bei Frau Isabo wird wieder gelimerickt.
Diesmal nach dem Motto: Wer schreibt den schlechtesten?
Wir stehen abseits, gucken uns das kichernd an und rufen entzückt: Grauenhaft! Mehr davon!

Alle guten Dinge…

Montag, 4. Februar 2008

…haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.