Archiv April 2008

Böse Schafe

Montag, 28. April 2008

Was hatten die eigentlich in dem Tunnel zu suchen, hä?
(Wir haben das Buch ja nicht gelesen, aber jetzt verstehen wir wenigstens schon mal den Titel. Bislang waren uns Schafe nämlich aus Glennkill als zwar etwas ängstliche und dümmliche, alles in allem aber doch eher liebe Tiere bekannt gewesen.)

Letztes Buch

Mittwoch, 23. April 2008

Tröstlich: Zu einer Beerdigung gehen und dort erfahren, dass das letzte Buch, das der Verstorbene gelesen hat, Das Schönste kommt noch heißt.

Dabei sein ist alles

Sonntag, 20. April 2008

Während der Fernsehübertragung des Pokalfinales am vergangenen Sonnabend war zu beobachten, wie einer der beiden Trainer von Beginn an nervös auf einem Kaugummi herumkaute und dabei vergaß, den Mund zu schließen. Sah saublöd aus und war auch unpraktisch, denn nur so konnte es passieren, dass das Kaugummi auf einmal aus dem Trainermund hinaussprang und vor der Bank auf dem grünen Rasen landete. Eine Auswechslung während der ersten Viertelstunde kommt überhaupt nicht in Frage, mag sich der Trainer gedacht haben, bückte sich, hob das Kaugummi auf und steckte es wieder in den Mund. Später wechselte er doch noch ein paar Mal, musste aber trotzdem machtlos mit ansehen, wie seine Mannschaft mit 1:5 verlor.

Das erinnert uns an eine Szene, die wir im Heiligen Jahr Zweitausend im Petersdom beobachteten: Während einer Messe fiel dort einem Priester bei der Ausgabe des Abendmahls eine Oblate auf den Fußboden. Heiliger Boden zwar, aber doch täglich von zehntausend schmutzigen Füßen betreten. Das scherte den Priester wenig, er bückte sich, hob die Oblate auf und steckte sie flugs dem nächsten Abendmahlsanwärter in den Mund. Der wiederum hatte keine andere Wahl als sie dankbar zu verspeisen – denn den Leib Christi verschmähen, nur weil er versehentlich mal kurz runtergefallen war, das geht natürlich nicht.

Lautet eigentlich die offizielle Bezeichnung für diese Kinder, die seit ein paar Jahren am Anfang von Fußballspielen da so mit ins Stadion gehen und dann auf wundersame Weise ins Nichts verschwinden, tatsächlich Einlaufkinder? Dieser Begriff hat das Zeug zum neuen Lieblingswort. Wenn die groß sind, können sie stolz ihren Enkeln erzählen: Einst war ich ein Einlaufkind gewesen…

Limerick (38)

Montag, 14. April 2008

The limerick is really quite hard
for many an amateur bard.
For supposing they can
get the meter to scan
they still need to rhyme that last word.

Dreizehnter April

Sonntag, 13. April 2008

Internationaler Tag des Ulfs.
Besser noch als das Fahrbier des besten fiktionalen Ulfs - aus dem Film Kleine Haie (”Fahrbier find ich okay”) - sind die Cocktails vom echten Ulf, wie man hört. Er lebe hoch!

Was wissen diese Wörter voneinander?

Donnerstag, 10. April 2008

erdnah – beinah – himmelnah
Griebenschmalz – Ohrenschmalz – Gehirnschmalz
Gesichtszug – Hochgeschwindigkeitszug – Hochzeitszug
Superfrau – Arbeiterfrau – Klosterfrau
Prüfungsfach – sechsfach – Eisfach
Shoah – Rah – Hahnenkräh
Beschwatzung – Netzätzung – Abhetzung
La Bamba – Viola da gamba – Mamba – caramba
Uganda – Filanda – Panda – Veranda
Zahnpulpa – Pampa – Opa – Mitropa
Pendelzug – Klingelzug – Vogelzug

Sie sind Nachbarn im rückläufigen Wörterbuch. Wozu man so was brauche, wollen die Kinder wissen. Wir murmeln etwas von Wortbildung und Reimen, was wir selber nicht glauben, und denken dabei: Um zu staunen über verblüffende Verwandtschaften, um Wortreihen von bizarrer Schönheit zu bewundern, um unentdeckte Gedichtzeilen aufzuspüren, um furchtlos uns treiben zu lassen im Meer der assoziativen Grammatik.

Heston

Montag, 7. April 2008

Jeder Mensch hat mehr Facetten als Charlton Heston in Bowling for Columbine. Aber zu dieser einen passt sehr schön eine der lustigsten Anekdoten der Filmgeschichte: wie nämlich Mr. Heston in einem Film mit schwulem Subtext mitspielte, ohne wissen zu dürfen, dass es sich um einen Film mit schwulem Subtext handelte - denn sonst hätte er nicht mitgespielt. Für ihn war es einfach nur Ben Hur.