Archiv Mai 2008

Wie man ein Känguru fängt

Samstag, 10. Mai 2008

Jetzt ist schon wieder was passiert. Aus dem berühmten Serengeti-Park Hodenhagen, ganz hier in der Nähe, ist nämlich Toto das Känguru entflohen. Das scheue Tier verstecke sich tagsüber im Schatten, ist in der Zeitung zu lesen, und verbringe die Nächte damit, sich unter Birken zu stellen und die frischen grünen Blätter abzuzupfen. Weil die im Moment reichlich vorhanden sind, betragen Totos Überlebenschanchen 100% – es sei denn, jemand schießt auf ihn. Also bitte nicht schießen, selbst wenn die Birken vor Ihrem Haus untenherum deutliche Kängurubissspuren aufweisen sollten.
Ganz und gar ungeklärt ist hingegen, wie das Tier desertieren konnte, denn ein Loch im Zaun ist nicht zu finden, und so hoch, dass es über den Zaun hätte gelangen können, können Kängurus angeblich gar nicht hüpfen. Inzwischen wurde Toto auch schon an mehreren Orten gesichtet, unter anderem am Autobahnkreuz Walsrode – auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit zurück nach Australien, vermuten wir. Leider kam der Fangtrupp stets zu spät.
Für alle, die sich Meriten fürs Wiedereinfangen von Kängurus verdienen möchten, hält die Zeitung noch einen nützlichen Tipp bereit, wie man einem schreckhaften Känguru am geschicktesten beikommt: Stellen Sie sich zu zehnt mit ausgebreiteten Decken oder Müllsäcken im Halbkreis um das Tier und drängen Sie es in eine Ecke. Dann locken Sie es mit Gemüse, und wenn es nahe genug ist, packen Sie es am Schwanz. Wenn nämlich ein Känguru am Schwanz gefasst werde, verliere es die Kontrolle über seinen Körper und könne sich nicht mehr wehren.
Dann mal viel Erfolg.

Apfel

Mittwoch, 7. Mai 2008

Note to the Bruder

Mittwoch, 7. Mai 2008

When you put your Gelben Sack on the innere Seite of the Gartenzaun, the Müllabfuhr will not pick it up.

Fuchsschwanzstreichler

Montag, 5. Mai 2008

Wenn dem besserwisserischen Vorsitzenden der Word-Rechtschreibabteilung ein Begriff nicht bekannt ist, heißt das überhaupt nichts, das wissen wir. Fuchsschwanzstreichler aber kennt auch die Duden-Familie nicht, obschon es eine sehr seelenvolle Metapher ist, die sich im Zusammenhang umgehend selbst erklärt: „Der wahre Christ ist vor der Obrigkeit ehrerbietig, aber er ist kein Speichellecker und Fuchsschwanzstreichler.“ Dieser Satz stammt von Ludwig Harms, für den wir heute eine Gedenkminute einlegen, denn er wurde am 5. Mai vor zweihundert Jahren geboren.
Für das Heidekaff, in dem wir seit ein paar Monaten wohnen, hat Ludwig Harms eine immense Bedeutung. Er wirkte hier als evangelischer Pastor, war Vorreiter einer geschäftigen Erweckungsbewegung und gründete die Norddeutsche Missionsgesellschaft, die seit 1853 Missionare in alle Welt entsendet. In einigen Regionen Südafrikas oder Indiens ist noch heute der Name des Kaffs bekannter als der der deutschen Hauptstadt, und Besucher von dort wundern sich immer über die armseligen 8500 Einwohner und das Fehlen so zentraler Einrichtungen wie Bahnhof oder Kino. Aber das Missionswerk ist einer der größten Arbeitgeber im Ort, und wenn man in protestantischen Kreisen den Ortsnamen erwähnt, ist er stets bestens vertraut.
Der Missionsgedanke ist uns zutiefst zuwider, auch aus anderen Gründen als dem, ein paar Missionsversuche zu viel miterlebt zu haben („Du, ich möchte mit dir über Jesus reden…“). Wir werden in solchen Fällen augenblicklich und ganz gegen unsere Art grob unhöflich. Für uns hält Ludwig Harms nur einen einzigen Vorteil bereit: Es gibt hier im Kaff ein nach ihm benanntes Haus, das Ludwig-Harms-Haus, in dem die Missionsbuchhandlung und das Missionscafé untergebracht sind. Erstere ist der einzige Buchladen am Orte, und man muss ihn lieben, wenn man Bücher nicht ausschließlich im Internetz kaufen will – darüber, dass die Abteilung Christliche Literatur mehr als die Hälfte der Ladenfläche einnimmt, kann man dann schon mal gönnerhaft hinwegsehen. Im Café backen sie den zweitbesten Kuchen der Region – den besten gibt es im Nachbarkaff, wo die Norddeutsche Tortenmeisterin des Jahres 2006 eine Gastwirtschaft betreibt.
Also, ihr metropolensüchtigen Speichellecker und Fuchsschwanzstreichler, dieses piefige Kaff hier kann durchaus mit beeindruckenden Besonderheiten aufwarten. Das wollen wir doch mal gesagt haben.

Altpapier

Samstag, 3. Mai 2008

So, Frau Schiefferdecker, das wars gewesen. Ich habe heute Ihre gesammelten Notate aus vierunddreißig Jahren in den Papiercontainer geschmissen, und somit bleibt aus Ihrem Leben außer ein paar Erinnerungen in den Köpfen bestimmter Leute (nicht in meinem, denn ich habe Sie gar nicht gekannt) nichts übrig. Nichts. Wann Sie wo waren, mit welchen Menschen Sie worüber redeten, Ihre Sicht auf die Welt – das alles ist verschwunden. Weg. Und ich habe jetzt ein sauschlechtes Gewissen, denn ich meinerseits würde mir schon wünschen, dass jemand meine gesammelten Aufzeichnungen liest, wenn ich tot bin. (Meine haben immerhin den Vorteil, nicht handgeschrieben zu sein.) Aber so ist es, alle sind damit beschäftigt, ihr eigenes Leben zu leben und haben keine Lust, sich mit andererleuts Alltag zu befassen. Drei Ausnahmen fallen mir ein: Kempowski, geliebte Personen, für die man sich mehr interessiert als für andere, und Leben in Romanen, Filmen oder sonstwie künstlerischen und also bearbeiteten Formen. Das alles trifft auf Ihre Tagebücher nicht zu, also… Meine Güte.

Limerick (39)

Samstag, 3. Mai 2008

A crusader’s wife left the garrison
and had an affair with a Saracen.
She was not over-sexed,
or jealous, or vexed.
She just wanted to make a comparison.

Very british

Samstag, 3. Mai 2008

Einleitung für ein ernsthaftes Gespräch: “I’m about to say something quite inexcusable…”

(Stammt aus diesem Film. Und Kerry Fox ist einfach eine großartige Schauspielerin. Das wollen wir doch mal gesagt haben.)