Zanklametta

Schluss mit der besinnlichen Feierei, Schluss mit dem innigen Liedgesang, Schluss mit der Pseudo-Harmonie des Weihnachtsfestes. Schmücken Sie Ihren Tannenbaum mit dem neuartigen essbaren Zanklametta - jetzt in den Geschmacksrichtungen zickig, ordinär, aggressiv und gemein.
So schön haben Sie Weihnachten noch nie gestritten.

Rezept für eine Weihnachtsbaumbehängung Zanklametta
500g verwüsteter Rodelschlitten
250g gecrushte Kinderaugen
33 ordinäre Mandelkerne
2 EL flüssige Harmoniesucht
5 nölende Verwandte
1 Messerspitze filettierte Tannennadeln

Schlittensplitter, Mandelkerne und Kinderaugen vermengen, etwas Wasser hinzugeben und zu einer glitschigen Masse kneten. Bei höchstens minus drei Grad Celsius anderthalb Stunden gehen lassen. Die nölenden Verwandten in winzige Stückchen hacken und mit der Masse vermengen. Ganz zum Schluss mit flüssiger Harmoniesucht und Tannennadeln verfeinern. Bei 450 Grad dreieinhalb Stunden im Ofen backen.
Tipp: Lassen Sie das Zanklametta gut abkühlen, bevor Sie es an Ihren Weihnachtsbaum hängen.

Das Spiel geht so: Zuerst macht man ein Abecedarium zum Thema Weihnachten - zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Substantiv oder Adjektiv, das man mit Weihnachten assoziiert (immer schön subjektiv und parteilich). Dann spielt man ein bisschen mit den Substantiven herum und setzt sie zu neuen Komposita zusammen (bei mir waren das z.B. Rodelquatsch, Mandeltortur, Kinderaugenkerze, Geschenknuss, Weihnachtsaugen, Pfefferjahr und eben Zanklametta). Die Mitspieler einigen sich auf den lustigsten / spannendsten / vielversprechendsten Begriff. Zu ihm schreibt man eine Werbeanzeige. Dann das Rezept mit möglichst vielen der im Abecedarium erwähnten Substantive und Adjektive. Wenn alle fertig sind: vorlesen. [© U.G.]

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