Archiv Januar 2009

Perlen gotischer Baukunst (1)

Sonntag, 4. Januar 2009

Pat, who had never watched television before, made a concession and watched a half hour of nightly news with me. There was trouble in the Belgian Congo, and stories of it featured President Joseph Kasavubu. This inspired Pat to name our house, and one afternoon as I returned from Doylestown where I did the grocery shopping, I saw the sign out front: CASAVUBU.
Our landlady made Pat remove the handmade sign one afternoon when she came on a visit about another matter. After all, the house was on the market, and no one she knew thought it was funny, anyway, once it was explained.

Marijane Meaker: Highsmith. A romance of the 1950s (2003), S. 96

Ich will auch eine Bücherserie!

Sonntag, 4. Januar 2009

Nach Merlix’ in atemberaubendem Tempo wachsender Abteilung Neu auf dem Nachttisch (neu angefangene Bücher) und Percantas brandneuer Kategorie Zurück ins Regal (ausgelesene Bücher) bleibt ja für mich eigentlich nur noch etwas, das sich irgendwie mit der Mitte von Büchern beschäftigt.
Also vielleicht so: Zitate aus Büchern, die ich gerade lese. Unkommentiert, willkürlich ausgesucht, von irgendwo mittendrin, nicht der Anfang, nicht der Schluss. Das trifft sich auch deshalb gut, weil ich, seit ich in der Anstalt arbeite, zwar viele Bücher anfange zu lesen, sie aber nicht unbedingt immer beende.
Fehlt nur noch ein Titel für die neue Serie: Perlen gotischer Baukunst. Ein Zitat aus Raymond Queneaus Zazie in der Metro, das den Fragmentcharakter betont und dem Ganzen eine alberne Dimension prätentiöser Gelehrsamkeit hinzufügt.
Teil eins folgt sogleich.

Über die Heide

Freitag, 2. Januar 2009


Brauende Nebel geisten umher.

Über die Heide hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde wandert es mit.

Herbst ist gekommen, Frühling ist weit –
Gab es denn einmal selige Zeit?

Brauende Nebel geisten umher;
Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.

Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
Leben und Liebe – wie flog es vorbei!

Theodor Storm (1875)

Es feiert ja jeder seins

Donnerstag, 1. Januar 2009

– Was haben wir zu feiern?
– Das Datum, Gesine. Astronomisch zwar nicht befriedigend.
– Ja. Daß das Jahr vorüber ist. Daß wir es überstanden haben.
– Mir ging der Oktober zu rasch.
– Es feiert ja Jeder seins, Marie.
[…]
– Tau de Tid, as dat Wünschn noch helpn ded, dor wier ne Fru, de har süss allns, wier frisch un gesunt…
– So hengt se nu inne Marienkirch in Lübeck und is so lütt as ne Mus und bewegt sick man alle Jår einmal mihr.
– Wünschte das ewige Leben, Marie.
– What a stupid thing to wish!
– Ein Neues Jahr für dich, D.E.
– Godet Niejår, Gesine.
– A happy New Year! A happy new year!

Uwe Johnson, Jahrestage (New York, 31. Dezember 1967)