Heute ist endlich mal wieder ein ordentlicher norddeutscher Sonnabend. Die Leute sind damit beschäftigt, Arbeiten in ihren Gärten zu verrichten, und auch unser Vermieter ist eingetroffen, um sein Haus zu beklopfen. Allerdings ohne Ehefrau und ununterscheidbare Söhne. Und, das ist bedenklich, auch ohne Suppentopf. Wovon wird er sich am heutigen Tag ernähren?
Das Treppenhaus im ersten Stock, wo die Nachbarin und ich wohnen, ist inzwischen verputzt und gestrichen und sieht – mal abgesehen von der Farbe, einem sehr eigentümlichen Orange-Rot-Braun-Ton – halbwegs wohnlich aus. Man kann die Bauzeit inzwischen in Jahren berechnen, was die Nachbarinnenmutter immer zu dem mitleidigen Seufzer veranlasst: „Der arme Herr Vermieter!“ – ein Satz, den zu äußern ihr wegen Unangemessenheit inzwischen untersagt wurde.
(Ebenso verboten wurde ihr der Satz, den sie zwanghaft ausstößt, sobald sie die Wohnung ihrer Tochter betritt: „So könnte ich nicht leben!“)
Die letzte Baumaßnahme bestand nun vorhin darin, im Flur eine Lampe anzubringen, wo bisher nur eine nackte Glühbirne von der Decke baumelte. Bei der Gelegenheit beäugte der Vermieter misstrauisch das Bild, das ich am Morgen neben meiner Wohnungstür aufgehängt hatte – eine Reproduktion des berühmten Patti-Smith-Fotos von Robert Mapplethorpe.

Patti Smith, schwarz-weiß, über undefinierbarer Treppenhausfarbe.
Wer soll das denn sein, stand auf seiner Stirn geschrieben, und was, um Himmels willen, hat die hier in meinem schönen frisch gestrichenen Treppenhaus zu suchen? Er versprach aber immerhin, die Treppe wieder auszuwickeln, weil sie ja jetzt von Handwerkern nicht mehr betreten werden muss. Überflüssig zu erwähnen, dass das Haus unten weiterhin Baustelle ist, mal abgesehen von der Wohnung vom schrulligen Bruder.
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Natasha Richardson hatte ja eine verblüffende Ähnlichkeit mit Emma Thompson. Ich kenne nur einen einzigen Film, in dem sie mitgespielt hat, Blow Dry, auf Deutsch Über kurz oder lang (2001), der so lala ist und mir vor allem gezeigt hat, dass auch englischsprachige Frisöre alberne Wortspiele lieben – der Frisörsalon, der im Film eine zentrale Rolle spielt, heißt The cut above.
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Zufällig habe ich in New York mal den Sohn von Eric Carle getroffen, das ist der Autor von Die kleine Raupe Nimmersatt, auf Englisch The Very Hungry Caterpillar (da ist ausnahmsweise mal der deutsche Titel besser), der als Jugendlicher mit seinen Eltern von Deutschland in die USA ausgewandert war. Sein Sohn, dessen Vornamen ich längst vergessen habe, war sehr deutsch im Geist – er redete bewundernd über die Berliner Hausbesetzerszene, und der Anlass der Begegnung war die Versammlung einer Williamsburger
Bürgerinitiative, deren Mitglied er war – aber kennengelernt habe ich ihn überhaupt nur, weil er bei der Freundin, die ich besuchte, einen Deutschkurs belegt hatte.
Und das alles fiel mir nur deshalb wieder ein, weil das Google-Logo vorgestern an den 40. Geburtstag der Kleinen Raupe Nimmersatt erinnerte.
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Ich würde gerne mal wieder einen neuen Roman von Christa Wolf lesen.
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Die wichtige Hotte-Lotte-Frage hat sich auf wundersame Weise geklärt (in den Kommentaren). Blog, für sowas liebe ich dich!
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Das Gedicht, dessen Titel ich mir geklaut habe, stammt von Erich Kästner, und die letzte Strophe geht so:
Die Gärten sind nur noch zum Scheine kahl.
Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache.
Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache.
Doch ist es immer wie zum ersten Mal.