Archiv Mai 2009

Limerick (57)

Freitag, 15. Mai 2009

A certified poet from Slough
whose methods of rhyming were rough
retorted: “I see
that the letters agree,
and if that’s not sufficient, I’m through.”

Cow Content

Sonntag, 10. Mai 2009


Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen… genau.

Hier im ruralen Niedersachsen ist die Natur dieser Tage außer Rand und Band. Zum Beispiel die Kühe. Sie randalieren auf ihren Weiden und stoßen markerschütternde Schreie aus, die mit einem gesitteten Muh nichts mehr zu tun haben. Gar nichts.

Limerick (56)

Freitag, 8. Mai 2009

Heute aus der Reihe Famous poems rewritten as limericks.

There once was a poet named Will
who tramped his way over a hill
and was speechless for hours
over some stupid flowers.
This was years before TV, but still.



William Wordsworth
I wandered lonely as a cloud

I wandered lonely as a cloud
That floats on high o’er vales and hills,
When all at once I saw a crowd,
A host of golden daffodils;
Beside the lake, beneath the trees,
Fluttering and dancing in the breeze.

Continuous as the stars that shine
and twinkle on the Milky Way,
They stretched in never-ending line
along the margin of a bay:
Ten thousand saw I at a glance,
tossing their heads in sprightly dance.

The waves beside them danced; but they
Out-did the sparkling waves in glee:
A poet could not but be gay,
in such a jocund company:
I gazed – and gazed – but little thought
what wealth the show to me had brought:

For oft, when on my couch I lie
In vacant or in pensive mood,
They flash upon that inward eye
Which is the bliss of solitude;
And then my heart with pleasure fills,
And dances with the daffodils.

Tiefe

Samstag, 2. Mai 2009


Fluss. Links paddelt wer, wenn Sie genau hingucken.

Das Licht ist hell heute, aber fahl. Die Felder sind saftig grün, der Raps blüht, die Bauern ziehen emsig ihre Furchen. Über den Wassern tanzen die Mücken, fremde Fahrradfahrer grüßen einander. Aber alles bleibt flach, nichts hat Tiefe. Kein gutes Fotografierwetter.
Im Nachbarort treffe ich die Kollegin L. Ob ich ihr Rätsel gelöst habe, will sie wissen. Ihr Rätsel, das sind drei eng beschriebene Seiten mit dem Titel Von Hexen, Göttinnen und anderen wunderbaren Weibern und ihrem wunderlichen Treiben. Passend zur Walpurgisnacht. Die Anfangsbuchstaben vierzig richtiger Antworten ergeben einen zauberhaften Ort.
Die Fragen lauten etwa so: Wie heißt die Göttin aller Dinge, die sich nackt aus dem Chos erhob, das Meer vom Himmel trennte und einsam auf seinen Wellen tanzte? Wie ist der griechische Name der Maiden Huntress, Lady of the Wild Things und des neuen Sichelmondes? Wie heißt die griechische Göttin, deren schöpferische Kraft allmählich in Vergessenheit geriet, so dass sie schließlich nur noch in verbotenen Riten der schwarzen Magie angerufen wurde, besonders an Plätzen, an denen sich drei Straßen trafen? Es geht, Sie ahnen es, um Bildung. Googeln ist natürlich streng verboten.
So eine ist Frau L. Natürlich hat sie zu Hause kein Internet („Schnickschnack“), aber für dumm verkaufen lässt sie sich nicht. Wenn sie das Gefühl hat, Schüler haben aus dem Internet abgeschrieben, ruft sie ihren Sohn in Hamburg an: Such doch bitte mal diesen Satz. Hat er ihn gefunden, schreibt sie an den Rand des Schüleraufsatzes: Vgl. Ha Te Te Pe Doppelpunkt Schrägstrich Schrägstrich We We We… und freut sich diebisch.
So eine ist Frau L. Wenn ich bei ihr zu Besuch bin, schaue ich mir zuerst immer das großformatige Hochzeitsbild ihrer Schwester an, das bei ihr in der Stube hängt. Darauf ist eine Hochzeitsgesellschaft zu sehen, erkennbar zum Fotografiertwerden aufgestellt, aber noch im fröhlichen Plaudern begriffen. Sie gucken hierhin und dorthin, aber jedenfalls nicht in die Kamera. Vor der Gesellschaft sieht man die Braut von hinten, mit wehendem Schleier. Sie hat gerade den Selbstauslöser aktiviert, aber offensichtlich die Zeit bis zum Auslösen falsch berechnet. Der Bräutigam ist auf dem Foto überhaupt nicht zu erkennen, er wird verdeckt von der rennenden Braut.
So eine ist Frau L. Man los, sagt sie zu mir, beim Weihnachtsrätsel hast du mit ein bisschen Nachdenken doch auch die meisten Antworten gewusst. Am Montag wolle sie das Lösungswort hören. Ich werde mich gleich an die Arbeit machen.
Sehr seltsam ist übrigens auch diese Frage: Wozu haben deutsche Männer allein oder unter ihresgleichen nie Lust, Frauen aber sehr wohl? Weiß das jemand?