Die Mühen der Ebene (25. Juni)
Donnerstag, 25. Juni 2009Jetzt ist schon wieder nichts passiert – Irgendwas ist ja immer. Zwischen diesen beiden Polen spielt sich Tagebuchbloggen offensichtlich ab. Einen knappen Monat lang habe ich das jetzt ausprobiert. Tagebuch war das nur insofern als ich mehr als sonst über meinen Alltag geschrieben habe, oft wählerisch und punktuell, bezogen auf einen bestimmten Aspekt, ein bestimmtes Erlebnis oder eine bestimmte Geschichte – akribisch aufzuzeichnen, was ich wann gegessen habe und wie das Wetter war, ist meine Sache nicht. Nicht selten waren die Einträge auch gelogen oder nur so halb wahr. Diese Art von Tagebuch gewichtet die Tage, verfälscht sie – und macht es den Lesern leichter. Die interessieren sich, hoffe ich, wie ich für Geschichten und nicht dafür, dass ich mir heute die Fingernägel geschnitten habe.
Das Beste am Tagebuchbloggen war mein verdammtes Pflichtgefühl, das mich gezwungen hat, jeden Tag zu bloggen. Manchmal – unerwartet selten – wusste ich nicht, was ich schreiben sollte, und manchmal nicht, wie ich es schreiben sollte. Aber das Ganze war in erster Linie eine Maßnahme, mich selbst zum Schreiben zu zwingen. Insofern war es erfolgreich, sehr sogar.
Leider ist es aber so: Die meiste Zeit des Tages bin ich „abwesend in Arbeit“, und Tagebuchbloggen bedeutet eigentlich, ein Berufsblog zu führen. Das will ich nicht, deshalb muss ich mir noch einmal überlegen, ob und wie ich das Tagebuchbloggen weiterführe.
Jetzt jedenfalls mache ich erstmal Ferien. Bis demnächst.