Archiv Juni 2010

Die Mühen der Ebene (8. Juni)

Dienstag, 8. Juni 2010

Schon der Unterschied zwischen Jahrgang 12 und Jahrgang 5 ist auffällig: Während die Achtzehnjährigen nach dem Fußballspielen auf einer Bank Pause machten, sprangen die Elfjährigen sofort in die Kajaks und paddelten los.
Die beiden über Dreißigjährigen hingegen standen am Ufer und sahen zu, und eine von ihnen ist jetzt – nach allerdings gefühlten dreiundzwanzig Elternsprechtagsgesprächen beim abschließenden Grillen – so müde als hätte sie selbst den ganzen Tag lang alle diese sportlichen Aktivitäten ausüben müssen. –
Toll wäre es, könnte man die Energie, über die man als Kind verfügt, ins Erwachsenendasein hinüberretten.
Man würde viel mehr schaffen.

Die Mühen der Ebene (7. Juni)

Montag, 7. Juni 2010

Heute hatte ich nur zwei offizielle Stunden, aber ich war von acht bis fünf in der Schule – kleine interne Fortbildung, Klassen- konferenz, Rumorganisiererei. Danach musste ich den Unterricht für übermorgen vorbereiten, denn morgen findet unser großartiger Wandertag statt, und ich weiß schon jetzt, dass ich morgen Abend total erledigt sein werde, weil wir nämlich wirklich wandern und auch sonst lauter sportliche Dinge tun werden.
Zwischendurch über Noten nachdenken, erfahrenere Kollegen wegen bestimmter Vorgehensweisen in der Zeugniskonferenz befragen, mit Eltern telefonieren („mein Sohn hat sich den Zeh gebrochen und kann nicht mitwandern…“), To-Do-Listen schreiben. In Zeiten wie diesen klebe ich Zettel an die Wohnungstür – bloß nichts vergessen.
Der erste Punkt für morgen lautet: 70 Brötchen vom Bäcker abholen.

Die Mühen der Ebene (6. Juni)

Sonntag, 6. Juni 2010

Wo ist eigentlich Christian?

Die Mühen der Ebene (5. Juni)

Samstag, 5. Juni 2010

Warum ich eigentlich eine Jacke anhätte, fragen mich Schüler, die ich auf dem Weg zur Bank im Ort treffe. Tja, weil ich den ganzen Tag am Schreibtisch saß und nicht wusste, wie warm es draußen ist. Grinsen sie schadenfroh. –
Gibt es eigentlich ein Wort für chronologisch in räumlich?

Die Mühen der Ebene (4. Juni)

Freitag, 4. Juni 2010

Schuljahresendstress – in Niedersachsen beginnen die Schulferien am 24. Juni. Für die meisten Kollegen ist dies das letzte Korrekturwochenende, dann kommen schon bald die Zeugniskonferenzen. Die Gespräche im Lehrerzimmer drehen sich um Zeugnisnoten, Versetzungsgefährdungen, Abiturnachprüfungen – und Wandertage. Dies ist die Zeit, in der am intensivsten zusammengearbeitet wird. Alle rotieren, die bedauernswerten Musikkollegen haben zudem noch musikalische Marksteine zu setzen.
Sitzen wir also heute Mittag mit glasigen Augen in der Lokalität, die wir an Freitagen bevorzugen, der piefigsten weit und breit. Die Bedienung rollt mit den Augen, als sie das Essen bringt und wir alle nicht auf die von uns bestellten Gerichte reagieren, und als wir beim Bezahlen auf einmal vergessen haben, was wir eigentlich gegessen und getrunken haben. Aber die kennt uns, und es ist nur Spaß.
Wir jammern uns gegenseitig etwas vor, das macht es erträglicher. Am bedauernswertesten ist die Musikkollegin, die in der vergangenen Woche sieben Klassenarbeiten hat schreiben lassen („so viele Tage hat die Schulwoche ja gar nicht“) und jetzt säckeweise korrigieren muss. Säckeweise. Da sind wir anderen ja noch gut dran mit unseren ein oder zwei Klassensätzen.

Die Mühen der Ebene (3. Juni)

Donnerstag, 3. Juni 2010

Von wem stammt nochmal die Forderung, in jeder Schulstunde müsse mindestens einmal gelacht werden? Heute jedenfalls haben wir ziemlich viel gelacht in meiner Fünften. Im Rahmen des Themas Wortkunde haben wir uns mit gesprochener und geschriebener Sprache beschäftigt, mit dem Verhältnis von Lauten und Buchstaben, mit Geheimschriften und Verschlüsselungs- möglichkeiten. Man knan zum Biepisel einen Txet porblelmos lesen, wnen man inenarhlb der Wretör die Bcushbtaen vretauchst, solgane der etrse und der ltteze an ierhn Ptäzeln beilebn. Mn knn ch ll Vkl wglssn, ds knn mn ch nch gnz gt lsn. U oae i uea. Amlus Tigs tenwardie Semet, hodebei deru meinha Arsch üler zung engebro Chenwä. Ren!
Darum habe ich jetzt auch keine schlechte Laune mehr.

Die Mühen der Ebene (2. Juni)

Mittwoch, 2. Juni 2010

Seit heute Morgen, nein, eigentlich schon seit gestern Abend bin ich Mitglied im Club der Schlechtgelaunten. Und das ist auch gut so.