Archiv Sonntag, 19. September 2010

Die Hübschigkeit der Schauspieler (6)

Sonntag, 19. September 2010

Die Spielwütigen, 2003, mit Prodromos Antoniadis, Constanze Becker, Karina Plachetka, Stephanie Stremler

Die Hübschigkeit der Schauspieler spielt bei der Auswahl dieses Mal keine Rolle, sondern allein das Genre. Andres Veiel macht spannende Dokumentarfilme, soviel ist mal sicher. Die Großmutter von Karina Plachetka ist aber ziemlich hübsch, wie sie da so im Friseursalon sitzt, frisch frisiert und weise lächelnd. Den Friseursalon allerdings gibt es nicht mehr.
Eigentlich muss man diesen Film drei Mal sehen, das erste Mal so wie er ist, das zweite Mal mit dem Kommentar der vier Beteiligten, das dritte Mal mit dem Kommentar des Regisseurs. Interessant sind die Stellen, an denen die Grenze zwischen Dokumentar- und Spielfilm verschwimmt. Da verpfändet Prod in einem Pfandleihhaus am Kotti seine Gitarre – in Wirklichkeit nie passiert, aber total repräsentativ für seine Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt seines Schauspielstudiums. Erlaubt oder absolut verboten für einen Dokumentarfilm?
Uns interessiert natürlich die Unterrichtssituation in der Schauspielschule, weil wir in einer vergleichbaren Position sind. Zwar sind wir kein Eliteinstitut wie die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, aber auch wir greifen ein in die Persönlichkeiten junger Menschen. Dürfen wir das überhaupt?
Ein Film über das Erwachsenwerden ist das in Wirklichkeit.