Billy is my real name

Die Idee stammt von hier (→ Kommentare): Zeig mir, wie du deine Bücher ordnest, und ich sage dir, wer du bist.

Schöne Ordnung
Früher gab es ein Regalbrett für besonders geliebte Bücher, der Rest war durcheinander. Seit jemand mir das unbedingt mal sortieren wollte, ist die Belletristik alphabetisch nach Autorennamen geordnet, Sprache egal. Nur Reclam hat ein eigenes Regalbrett, aus Platzgründen.


Bei jedem Umzug lege ich Bücherschlangen, um die Ordnung wieder herzustellen.

Allerdings ist die Wohnung klein, die Decken in niedersächsischen Bauernhäusern sind niedrig, und insgesamt ist zu wenig Platz. Deshalb liegen viele Bücher auf den Reihen in den Regalen, und das sind nicht irgendwelche, sondern besonders geliebte. Immer greifbar, die liegenden Rücken lächeln mich an, das Lieblingsbuchprinzip setzt sich fort.


Die liegenden sind Lieblingsbücher.

Ich und die anderen
Es gibt ein eigenes Regalbrett für Karten und Reiseführer, das quillt über. Eins mit Kinderbüchern, da ist noch Platz, weil meine Schwester sich der meisten bemächtigt hat. Ich habe nicht mal mehr Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, von dem ich genau weiß, dass es mein erstes selbstgelesenes Buch war.
Ein Regalbrett mit Fotobüchern und Ausstellungskatalogen, eins mit Biografien und Sachbuch-Resten, z.B. dem Konzertbuch Klaviermusik A-Z, erschienen 1978 in Leipzig, meinen zweieinhalb Kochbüchern sowie einem Brigitte-Strickbuch von 1975 – da war ich motorisch noch gar nicht in der Lage zu stricken. Dort stehen außerdem Kuriositäten wie Liebe ist ein Gefühl, das man lernen muss, ein christliches Traktat über vorehelichen Sex, das, äh, gar nicht mir gehört, wie man auf dem Vorsatzblatt lesen kann. Natürlich auch der geliebte Reibert, zwei sehr tolle Bücher über Typografie und das wunderbare Buch Understanding Comics von Scott McCloud, weil obgleich ich keinen einzigen Comic besitze.
Ein Regal für literatur- und sprachwissenschaftliche Fachliteratur, ziemlich ungeordnet, dort stehen auch Kindler, Lexer, Duden und andere Nachschlagewerke, Wörterbücher Englisch, Französisch, Griechisch, Polnisch, und auch die Bibel, übrigens. Ein Regal für Schulbücher, das ist unkontrollierbar unordentlich und wird demnächst nicht mehr ausreichen. Ein Johnson-Regal natürlich, mit stapelweise kopierter Sekundärliteratur. Mein Gott, ich muss damals Tage und Nächte im Copyshop verbracht haben. (Aber: Gut kopiert ist halb gelesen, wie wir alle wissen.)

Stapel
Der SUB, Stapel ungelesener Bücher, ist ziemlich hoch und liegt neben dem Telefon – was immer das bedeuten mag. Ein immer höher werdender Stapel teilweise gelesener Bücher liegt neben dem Lesesessel – früher habe ich schön ordentlich ein Buch nach dem anderen gelesen, heute lese ich manchmal in vieren gleichzeitig. Einen SWB habe ich nicht, ich lese zwar öfter Bücher wieder, aber die nehme ich direkt aus dem Regal.

Die schlimmste Todsünde
Bücher in Zweierreihen aufstellen.

(Huch, jetzt habe ich aus Versehen ein paar Fragen des kursierenden Bücherstocks beantwortet.)


  1. Ooooh, man möchte auf dem ersten Bild sofort ein Buch anschubsen und zugucken, wie sie alle kippen.

    Samstag, 30. Oktober 2010, 23:18 Uhr von isabo

  2. Du guckst dir gefälligst dein Filmchen von neulich an und lässt meine Bücher in Ruhe, ja?

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 7:33 Uhr von nicwest

  3. Bücher sind in Zweierreihen aufgestellt - fühle mich nicht wie ein Sünder;

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 10:35 Uhr von gunda

  4. Bist du aber.

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 11:12 Uhr von nicwest

  5. Entdecke ich da liegend etwa einige Harry Potter Bände? Ich denke, du magst die nicht so? Ich bin übrigens für eine Vergrößerung, damit man auch lesen kann, welche Bücher das sind. Ich muss auch schon mit der zweiten Reihe anfangen. Oder eben auch liegend. Da das ja wohl die kleinere Sünde ist, werde ich dazu übergehen.

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 11:53 Uhr von Kollegin K.

  6. Ich bin ja immer nicht fähig, Bilder zu verkleinern, ohne dass sie unscharf werden…
    Harry Potter fand ich toll, aber trotzdem liegt er nur, weil das weniger Platz wegnimmt. Liegend hier: Ian McEwan, Morgenstern, Christa Moog, Raymond Queneau, Hans Erich Nossak, Amos Oz, Pessoa, Arno Schmidt, Ali Smith.
    Stehend in diesem Regal übrigens zufällig Harry Mulisch, der gestern gestorben ist. Die Entdeckung des Himmels fand ich aber grandios.

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 13:06 Uhr von nicwest

  7. Danke, jetzt bitte noch die Auflistung all deiner anderen Bücher. Scherz. Ian McEwan finde ich auch toll. Ich habe schon mal irgendwann etwas von Oz gelesen, kann mich aber nicht erinnern. Ist mit Morgenstern der Dichter gemeint? Meine Eltern haben etliche Bände und meine Mutter hat einige seiner Gedichte unter ihre Bilder geschrieben. Mit Pessoa ist wohl nicht der Springreiter gemeint, kenne ich also nicht. Ali Smith habe ich irgendwann mal gelesen. Der Rest ist mir unbekannt. Oh je, ich Banause. Aber ich habe ja noch, hoffentlich, ein langes Leben zum aufholen.

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 13:59 Uhr von Kollegin K.

  8. All time favourite Morgenstern:

    Palmström steht an einem Teiche
    und entfaltet groß ein rotes Taschentuch:
    Auf dem Tuch ist eine Eiche
    dargestellt sowie ein Mensch mit einem Buch.

    Palmström wagt nicht, sich hineinzuschneuzen.
    Er gehört zu jenen Käuzen,
    die oft unvermittelt-nackt
    Ehrfurcht vor dem Schönen packt.

    Zärtlich faltet er zusammen,
    was er eben erst entbreitet.
    Und kein Fühlender wird ihn verdammen,
    weil er ungeschneuzt entschreitet.

    Die Kollegin ohne T ist übrigens Morgenstern-Spezialistin, viel mehr als ich. Allerdings verwechselt sie gerne mal Mondkalb und Mondschaf.

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 14:38 Uhr von nicwest

  9. Oh ja, sehr schön.

    Sonntag, 31. Oktober 2010, 17:57 Uhr von Kollegin K.

  10. Also mir jetzt hier die EINMALIGE Verwechslung von Mondkalb und Mondschaf vorzuhalten - das ist ja wohl… Fischers Nachtgesang!!

    Montag, 1. November 2010, 22:12 Uhr von missmaple

  11. Komisch - bis vor einer Woche hab ich nichts über “Fisches Nachtgesang” gehört, und plötzlich kommt es mir in den unterschiedlichsten Zusammenhängen unter. Streut da einer Ideen in die Köpfe?

    Dienstag, 2. November 2010, 19:00 Uhr von gunda

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