Archiv Dienstag, 29. März 2011

Wie man sich selbst austrickst

Dienstag, 29. März 2011

Frau L. kennt sich ja nun schon eine ganze Weile. Und weil das so ist, weiß sie allerlei Wege und Mittel, um sich selbst auszutricksen. Heute zum Beispiel die Sache mit dem Fisch.
Da kauft sie nun vor der Konferenz einen Fisch. Der Fisch kann bei der Konferenz auf gar keinen Fall zugegen sein, denn solche Konferenzen dauern gern auch mal länger, und dann wird der Fisch schlecht. Der Fisch muss also in den Kühlschrank im Lehrerzimmer.
Das Lehrerzimmer allerdings ist vom Konferenzraum meilenweit entfernt. Der Weg vom Konferenzraum zum Parkplatz führt unter keinen Umständen am Lehrerzimmer vorbei. Wie stellt nun aber Frau L. sicher, dass sie den Fisch nach der Konferenz nicht vergisst? Sie lagert ihren Autoschlüssel im Kühlschrank im Lehrerzimmer. Direkt neben dem Fisch. Wenn sie dann, so mutmaßt sie, nach der Konferenz vor ihrem Auto steht und den Autoschlüssel nicht findet, wird sie sich erinnern, dass der sich im Kühlschrank im Lehrerzimmer befindet, direkt neben dem Fisch.
Nach der Konferenz, die doch nicht so lange dauert wie befürchtet, hat Frau L. all das vergessen. Sie steht vor ihrem Auto und fragt sich, zunehmend panisch, wo wohl ihr Autoschlüssel sei. Das könne doch nicht sein, noch nie habe sie ihren Autoschlüssel verloren, das sei doch komplett unmöglich… Zum Glück kommt Frau mit T vorbei, die das alles mitverfolgt hat. Sie verweist höflich auf den Kühlschrank im Lehrerzimmer. Frau L. holt ihren Autoschlüssel mitsamt dem Fisch und triumphiert ob ihres grandiosen Selbstüberlistungsversuchs. Das wird sie jetzt immer so machen.