Archiv März 2011

Zimmerpflanzen – Eine Familiensaga (1)

Sonntag, 6. März 2011


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Wer sich so demonstrativ über Langeweile beschwert, muss sich nicht wundern, wenn sie Schreibaufträge kriegt. Die erfüllt sie allerdings mit prompter Gewissenhaftigkeit, und ich bewundere das sehr, denn ich bin ebenfalls eher nicht ganz so Pflanzen zugewandt, wie ich es wirklich gerne wäre, deshalb könnte ich auch nie eine Familiensaga über Zimmerpflanzen schreiben. Im Übrigen habe ich im Moment wenig Zeit.
Also hochwillkommen: Gastbeitrag von adelhaid. (Drüben bei Frau Isabo ist noch einer. Über Kuchen und Theater.)

in meiner kindheit und jugend war ich umgeben von usambaraveilchen. und später kakteen. die gehörten meiner mutter und man durfte sie nicht anfassen. in späterer jugend, als ich mit der landjugend zusammen zu verschiedenen märkten (hiermit ist die norddeutsche version von markt gemeint, und nicht der wochenmarkt) fuhr, entwickelte ich ein faible für diese losbude, bei der man lose kaufen konnte, die einen bestimmten punktwert hatten, und für diesen punktwert konnte man sich dann zimmerpflanzen aussuchen. die kakteensammlung meiner mutter profitierte stark von diesem faible, bei mir war es vielleicht eher spielsucht. im zuge einer dieser märkte kam aber auch mein erster benjamin zu mir, der noch heute im haus meiner mutter steht und wächst. und schön grün ist. und den sie immernoch gießt, auch wenn sie mich mehrfach darauf hinweist, dass sie ja zuständig für die pflege meiner pflanzen ist. ein steter guilt-trip, der nach nunmehr 20 jahren eher zu einer art routine geworden ist.
während des ersten studiums kam der benjamin auch mit, und ich meine mich daran zu erinnern, dass ich anfing, papyrus zu züchten. den ersten bekam ich von meiner nachbarin, und diese dinger sind ja fast nicht totzukriegen.
dann gibt es ein bild von mir, wie ich bei meinem umzug meiner dinge in das haus meiner mutter den benjamin reintrage, was mich vermuten lässt, dass er nicht mit ins ausland gekommen ist. in diesem ausland gab es dann auch keine zimmerpflanzen in meinem leben – wir hatten ja nix.
upon return lebte ich dann in einem haus mit garten und einen alpenveilchen im winter, einer hyacinthe im frühling und eben dem garten, der ja sowieso viel cooler als alles andere war. einen balkon gab es auch und dort wuchs alles mögliche bunte und schöne und überhaupt scheint im süden einfach öfter die sonne.
im nächsten lebensabschnitt wurde mir dann wieder ein benjamin geschenkt. der lebte gut bei mir, wurde wieder einem papyrus (nachbarin) zugeführt und bekam verschiedene weggefährten an die seite gestellt, die es in meiner anwesenheit auch alle gut hatten und die wuchsen, als seien sie unkraut.
dann kam wieder ein umzug, und nur die hälfte der pflanzen kam mit. die andere hälfte verblieb bei der besseren hälfte, und wurde sukzessive dann doch wieder mitgenommen – sofern noch leben in ihnen steckte, wenn ich am wochenende kam. die bessere hälfte ist nämlich…nun, nicht ganz so pflanzen zugewandt, wie sie es wirklich gerne wäre. kürzlich war ich auf einem seminar, auf dem persönlichkeitstypen beschrieben wurden, und ich bin eher der typ, der einen apfelbaum pflanzt, vorher monate lang in diesem internetz surft, welcher baum denn für den standort gut wäre, welche sorten wann welche früchte tragen, ob diese früchte kompatibel mit den schon vorhandenen bäumen sind, ob es vielleicht besondere rezepte für diesen spezifischen apfel gibt (ein nicht apfelmusfähiger apfel kommt mir nicht in den garten), ob es eine vielleicht vom aussterben bedrohte art gibt, die ohnehin in der gegend ansässig war, im zuge des 30-jährigen krieges aber ausgerottet wurde, weil die urahnen der feinde… ich schweife ab. ich würde dann aber diesen baum pflanzen, 10 jahre warten und mich jedes jahr auf die äpfel freuen.
die bessere hälfte würde in den baumarkt fahren, einen apfelbaum kaufen, ein loch buddeln, den baum reinsetzen (schief), dann erfahren, dass es fünfzehn jahre dauern kann bis man ordentlich viele äpfel bekommt, und den baum daraufhin vergessen. (ich würde dann anfangen, ihn zu gießen und zu pflegen und zu umhegen und immer wieder darauf hinweisen, dass ja ich diejenige bin, die sich um diese pflanze kümmert….)
nun gut, die meisten pflanzen sind also dann mit mir umgezogen und stehen nun hier.
ich habe drei papyrus (das büro lass ich jetzt mal raus), zwei benjamine, eine banane, eine zitronengeranie, eine beamtenpalme (so ein grün-weißes blätterding), und einen piekser. außerdem gibt es ein basilikum.
jetzt im moment steht recht viel petersilie neben mir, aber das sind nur zweige. außerdem habe ich eine große menge tulpen in meinem zimmer, aber auch die werden nicht von langer dauer sein.
ich werde in – hoffentlich erkennbarer – regelmäßigkeit nun weitere informationen zu diesen pflanzen geben, denn jede hat ihr geschichtchen zu erzählen, und ich bin frau nic_west dankbar für den raum.

Nuhun ist der Schnee zerflohohossen…

Sonntag, 6. März 2011


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…nun gibt es bahald Sahalaaat!