Die Hübschigkeit der Schauspieler (11)
Freitag, 1. Juli 2011Magnolia, 1999, mit Jason Robards, Tom Cruise, Philip Seymour Hoffman, John C. Reilly, Melora Walters
Wir sind in Runde drei angekommen, und so langsam zeigen sich die Vorlieben der Clubmitglieder deutlicher. Ich mag ja Filme, in denen man auch beim sechsten Mal noch Dinge entdeckt, die man vorher nie bemerkt hat, und wenn man dann ein bisschen im Internetz herumliest, dann ist da noch viel mehr, was man bis jetzt übersehen hat (die Ziffern 8 und 2 zum Beispiel). Und zu Kunst gehört auch, dass sie widerständige Reste zurücklässt, die sich nicht problemlos in einer runden Gesamtinterpretation unterbringen lassen. Auf die Frage beispielsweise, warum der Film Magnolia heißt, gibt es mindestens sechs mögliche Antworten.
Natürlich, Magnolia ist „hochgradig prätentiös“ und mit drei Stunden Länge und der extrem wechselnden Lautstärke des Soundtracks eine Zumutung. Aber zum Glück gibt es ja die Regel, dass niemand rauslaufen darf. Der Film sei so negativ, beschwert man sich hinterher, er mache depressiv. Ja, aber das Leben ist auch so. Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen, aber die Vergangenheit nicht mit uns.
Erbaulich ist das alles nicht, aber immerhin emotional so eindrücklich, dass es „Rache“gelüste weckt. So langsam geraten wir in die Extrembereiche des Geschmacks – und das ist auch gut so.
Die nächsten Termine hab ich vergessen, die muss mal jemand in die Kommentare schreiben.