Adams Äpfel, 2005, mit Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Ole Thestrup
Es beginnt mit einer Flutkatastrophe beinahe biblischen Ausmaßes, passend zum Film. Erst als die Lappen zum Trocknen auf der Leine hängen, die Socken gewechselt und die Sofas wieder zurecht- gerückt sind, können wir uns dem Apfel widmen, der als einziger übrig bleibt. Nicht Evas diesmal, sondern Adams. Frau L. allerdings ist von Anfang an unwirsch; ihr gefällt der Film nicht, sie sagt aber nicht, warum.
Ein Film mit schönen und mit grausigen Bildern. Die Szenen latenter oder offener Gewalt sind originell, bewundernswert makaber und zudem nützlich, um die groteske Fallhöhe zur extrem naiven Weltsicht Ivans zu konstruieren. Das mit dem Kopfschuss und dem herausquellenden Gehirn allerdings hätte fehlen können.
Man weiß nicht so recht, ob dieser Film sich selbst ernst nimmt oder nicht. Die Botschaft am Ende scheint – wie auch die biblische Symbolik, mit der er operiert – so eindeutig, dass man den Film in kirchlichen Kaffeekränzchen zeigen könnte: Tue Gutes im Sinne der Bibel à la die eine und die andere Wange, und wenn du dabei die Realität komplett verkennst – macht nix.
Will man diese Botschaft auf eine säkulare Welt übertragen, in der nicht Gott regiert, sondern die Vernunft, kommt man nicht weit, denn mit Vernunft hat das alles überhaupt nichts zu tun. Vielleicht ist die Komik ein Resultat der auf diese Weise entstehenden Ratlosigkeit: Man weiß einfach nicht, was man anderes tun sollte als zu lachen. Eine Zumutung nennt Frau L. das – nicht das Schlechteste, was man über einen Film sagen kann.