Archiv Montag, 13. Februar 2012

Die Mühen der Ebene (13. Februar)

Montag, 13. Februar 2012

Ich hab mal wieder Lust auf Tagebuchbloggen. Die nächsten Wochen bieten wenig anderes als schnöden Arbeitsalltag – es wäre schade drum, wenn der einfach vorbeirauscht, ohne dass irgendetwas davon zurückbleibt. Wie immer ist alles ausgedacht, ich hab auch in Wirklichkeit einen ganz anderen Beruf.

Nachmittags machte sich mein Deutschkurs Gedanken über die berühmte Unendlichkeits-Passage aus dem Törleß, da spielt ja ein Stück blauen Himmels eine Rolle, eine Lücke zwischen den Wolken. Das lasen wir, während sich draußen ein Nebel sondergleichen zusammenbraute – das, Wetter, war keine Glanzleistung.
Zur Einstimmung (das Blau, der Gedankenstrom) mussten sie anhand eines Ives-Klein-Bildes Ecriture automatique ausprobieren. Ich persönlich kann es ja überhaupt nicht leiden, beim Schreiben nicht innehalten zu dürfen, aber die Rolle der Einpeitscherin („schreibenschreibenschreiben!“) war ganz okay.
Vorher war ich gezwungen, einem Kind aus meiner Klasse die Leviten zu lesen, das in einer Vertretungsstunde durch Umherspucken aufgefallen war. Das ist eine siebte Klasse, die sind dreizehn, und in dem Alter spuckt man nicht mehr einfach so durch die Gegend. Dementsprechend konnte das Kind auch keine Auskunft darüber geben, was es zum Spucken bewogen hatte. In solchen Fällen, die kommen zum Glück nicht allzu oft vor, frage ich immer: Spielst du Fußball? Ja. Was passiert, wenn du auf dem Platz einen Gegenspieler anspuckst? Rote Karte. Genau. (Und ich weiß gar nicht, woher ich das weiß.)