Ferien, noch ist niemand verreist, da kann man mal wieder einen
dieser Ausflüge machen. Kollegin G. chauffiert in gemächlichem Tempo über Land, Frau L. sitzt vorn und kennt den Weg, ich quetsche mich nach hinten. Ziel sind diesmal die Vierlande, wo ich in meiner Hamburger Zeit seltsamerweise nie war; auf dem Weg nehmen wir mit, was wir kriegen können: besonders viele Fachwerkkirchen mit allein stehenden hölzernen Kirchtürmen daneben.

Fachwerkkirche mit einem allein stehenden Holzturm daneben, in Egestorf. Sieht aus wie eine Scheune auf einem Sockel.
Die Reihenfolge ist: St. Martin, St. Gertrud, St. Nikolai, St. Johannis, St. Stephanus, St. Martin, wobei St. Martin Nummer eins Backsteingotik ist, nicht Fachwerk (im dortigen Gästebuch steht: “Gott ist scheiße, und ihn gibt es nicht”), und St. Martin Nummer zwei komplett aus Holz. St. Johannis in Curslack ist eine besonders skurrile Kirche, dort gibt es in jeder Kirchenbank seltsame Hutständer und aufwändig bestickte Sitzkissen, außerdem verfolgt uns dort der Nachname Puttfarken / Putfarcken, das heißt auf Hochdeutsch Schmutzfink oder Ferkel.


Frau L. behauptet, es habe mal einen Schauspieler namens Otto Putfarcken gegeben, aber dieses Internetz weiß davon nichts.
Zweimal überqueren wir die Elbe mit der Fähre, wir essen Mittag im Zollenspieker Fährhaus und besichtigen ein Freilichtmuseum sowie ein Haus, in dem Traugott mal gewohnt hat. Außerdem stellen wir fest, dass wir allesamt große Areale unnützen Wissens mit uns herumtragen, zum Beispiel weiß Frau L., dass der Schauspieler Wolfgang Völz eigentlich ganz anders heißt, „Aaron plus irgendwas ganz Konkretes, sowas wie Katzenellenbogen“. In Wirklichkeit ist es Treppengeländer, aber das alles steht auf wackligen Füßen.
Und Schafe am Deich haben wir natürlich auch gesehen.