Dieses Internetz
Donnerstag, 30. August 2012Wenn Sie vergessen haben, warum Sie dieses Internetz lieben – es macht Quatsch, großen Quatsch. Gucken Sie zum Beispiel hier (via @HappySchnitzel).
Der Twitterlimerick als Unterkategorie des Metalimericks wird noch eine Weile brauchen, um sich zu etablieren, aber hier ist ein neuer, hervorragend wunderschöner:
A tweeter; the defeatist sort/ cried oh, it is just as I thought/ try as I might/ the limit’s too tight/ they all come to a hundred and fort
Er stammt von @lexiloco, verzichtet großherzig auf das naheliegende short als Reimwort und hat im Gegensatz zu diesem von neulich tatsächlich exakt 140 Zeichen. Limericks (das ist bestimmt kein Zufall) haben so ungefähr diese Zeichenanzahl, manche etwas mehr, und wie man Limericks kürzt, um sie vertwittern zu können, steht hier. Did someone tweet?
John Wells’s phonetic blog lese ich seit langem mit großer Begeisterung, nicht nur, weil mich Phonetik interessiert, sondern auch, weil dieses Blog durch eine große Anzahl ungemein kompetenter Kommentatoren aufgewertet wird. Zum heutigen Beitrag fallen mir zwei Dinge ein (die hätte ich natürlich auch als Kommentar darunter schreiben können, aber dann: bin ich kompetent genug, um dort zu kommentieren?): 1) Einer Freundin von mir, die nicht in der Lage ist, einen alveolaren Vibranten (vulgo: Zungenspitzen-R) zu produzieren, wurde gesagt, sie solle statt Brot schnell mehrmals hintereinander BdotBdotBdot sagen. Hat nicht funktioniert. 2) In dem 1966er-Hit California Dreaming habe ich jahrelang on a winner’s day gehört, das ist ein Tag, an dem man nur gewinnen kann. Gibt es.
Unter anderem setzt er sich mit den Bezügen zwischen Plagiat und Intertextualität auseinander. Für letztere scheint der alte Spruch Man sieht nur, was man weiß erfunden; man erkennt sie nur, wenn man den Intertext kennt. Deshalb ist seitenweise Abgeschriebenes auch keine Intertextualität; ihm kommt man leicht mit der Maschinerie der „digitalen Suchtruppen“ (S. 36) von GuttenPlag & Co bei. Aber weil beispielsweise die Verteidiger von Helene Hegemann auf ‚Montageästhetik’, ‚Sampling’ und ‚Collagetechnik’, auf Foucault, Kristeva und die Postmoderne verwiesen, liefert Theisohn gleich noch eine Definition von Intertextualität mit. Als Aufhänger dient lustigerweise ein kleiner Vermerk in der Ullstein-Ausgabe von Airens Roman Strobo, aus dem sich Helene Hegemann so großzügig bedient hatte: