Invictus, 2009, mit Morgan Freeman, Matt Damon, Tony Kgoroge
Invictus, das ist zuerst mal dieses kraftstrotzende Gedicht von William Ernest Henley, zuerst veröffentlicht im Jahr 1875:
Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.
In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.
Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds, and shall find, me unafraid.
It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll.
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.
Die letzten beiden Verse kommen angeblich auch in Casablanca vor, das müsste man mal nachprüfen; hier jedenfalls ist eine gesprochene Fassung von Alan Bates in einem Werbespot – mir persönlich gefällt die besser als die monoton gemurmelte Version von Morgan Freeman im Film.
Der historische Stoff ist filmreif, soviel ist mal sicher: Die südafrikanische Rugby-Nationalmannschaft der Männer, die Springboks, wandelt sich anlässlich der WM im eigenen Land von einer Institution der Apartheid zum Symbol für Einheit und Versöhnung – benutzt, aber auch leidenschaftlich unterstützt von Nelson Mandela, dem Präsidenten höchstpersönlich. Fragt sich nur, ob der Film da nicht mehr hätte draus machen können.
Rugby ist ja nun ein ausgesprochen hässlicher Sport, besonders, wenn man die Regeln nicht kennt. Da wird gedrängelt und geprügelt, es erklingen seltsame Grunzgeräusche wie im Schweinestall, bei jedem Zusammenprall knackt und knirscht es als brächen den Spielern sämtliche Knochen, und in dieses Gemetzel hinein ruft Kollegin G. empört: Die ziehen sich ja dauernd gegenseitig am Hemd!
Nelson Mandela kommt ein bisschen pathetisch rüber, aber das darf er vielleicht auch. Die irreführende 9/11-Assoziation hätte fehlen können, und das entscheidende Endspiel ist unerträglich in die Länge gezogen – man weiß sowieso, wie es ausgeht, ebenso wie man weiß, dass Mandela keinem Attentat zum Opfer fällt, weshalb es der Bodyguard-Handlung etwas an Spannung gebricht.
Aber wir haben viel über südafrikanische Geschichte gelernt. Südafrika ist übrigens doch noch einmal Rugby-Weltmeister geworden: 2007.
Das war das erste Treffen seit fast acht Monaten, und wie es demnächst weitergeht, weiß kein Mensch – die Hauptperson, die große weiße Wand, sie wird fehlen.