Limerick (85)

Der Dichter spricht: Gott, nun mal los,
mach den Herbst, der Sommer war groß.
Reimt „bleiben“ auf „schreiben“
beschreibt Blättertreiben –
im Hals spürt der Leser nen Kloß.

Aus der Reihe Famous poems rewritten as limericks.


  1. Ich senke meinen Kopf in Demut. Das ist ja ganz unglaublich großartig.

    Samstag, 22. September 2012, 21:17 Uhr von isabo

  2. Herrgott, jetzt sieh halt mal zu,
    der Sommer war mau, aber nu.
    Kein Häuschen gebaut,
    Beziehung versaut,
    mach halt Herbst, dann ist endlich Ruh.

    Samstag, 22. September 2012, 21:29 Uhr von isabo

  3. Ein Landjunker aus der Gegend von Nauen,
    dem konnten die Kinder vertrauen.
    Er gab ihnen Obst,
    dann starb es des Tods.
    Jetzt mussten sie ihre Birnen klauen.

    Samstag, 22. September 2012, 21:57 Uhr von Stephan

  4. Bunt? Rostig sind die Kastanienwälder,
    vor lauter Mais siehst du keine Felder.
    Nur eins hat gestimmt:
    Wenn der Herbst beginnt,
    dann wird es kälter und kälter und kälter.

    Samstag, 22. September 2012, 22:29 Uhr von Stephan

  5. Über allen Gipfeln ist Ruh
    Kein Tier macht Mäh oder Muh
    Die Vögelein schweigen im Walde
    Warte nur balde
    Schreibt Goethe was dazu.

    Samstag, 22. September 2012, 22:49 Uhr von Maximilian Buddenbohm

  6. Ein fror einst ein Wiesel aus Zwiesel
    Auf Kiesel inmitten Geriesel
    Um welch Lust zu stillen?
    Nur um Reimes Willen
    Wie dämlich, im Nebel und Niesel

    Samstag, 22. September 2012, 23:41 Uhr von giardino

  7. Einem älteren Pärchen aus Xanten
    Kam der Sommer ganz plötzlich abhanden
    Sie rührten in Tassen
    Konnten’s einfach nicht fassen
    Und bauten Kastanienelefanten

    Sonntag, 23. September 2012, 0:00 Uhr von giardino

  8. ES fror einst ein Wiesel, ES. Ich sollte jetzt schlafen gehen.

    Sonntag, 23. September 2012, 0:02 Uhr von giardino

  9. Jenun: der Sommer war okay.
    Jetzt mach mal hinne, Gott,
    und sorg für Schnee.

    Der Wein ist noch nicht fertig
    Und ich war nicht bei Ikea
    Der Federweiße schmeckt mir auch
    In Hütte le-er .

    Bei Parship war ich nicht,
    Ist alles Schwindel,
    Aber ich übersteh den Januar
    Mit Kindle.

    (Disclaimer: Huch- Kein Limerick!)

    Sonntag, 23. September 2012, 0:50 Uhr von Lotta

  10. Im Spätsommer gab es den Plan:
    Ein Haus bau’n und ran an den Mann!

    Das sollte nicht sein
    Jetzt kann’s dann auch schnei’n
    Ich les’ erstmal ein Buch: aber dann!

    Sonntag, 23. September 2012, 1:04 Uhr von Lotta

  11. Das Raubtier langweilte sich sehr
    Nur Gitter und sonst nichts umher

    Da war schlecht für die Augen
    Was sollt’ Ausgang da taugen

    Da war es bald einfach nicht mehr.

    Sonntag, 23. September 2012, 1:12 Uhr von Lotta

  12. Hach, wie in alten Zeiten.
    Und drüben sind noch mehr.

    Sonntag, 23. September 2012, 1:30 Uhr von nicwest

  13. Bei Dionys gab’s ‘nen Schwager in spe
    Der wollt’ den König verschicken ins Je-

    nseits, doch das wurde bekannt,
    Der beste Freund blieb als Pfand

    Und am End’
    Gab’s ‘nen Dreier am See.

    Sonntag, 23. September 2012, 1:41 Uhr von Lotta

  14. Die Luft war stiel,
    der Apfel fiel
    Und milde Sonne half dazu
    erledigte das ganz in Ruh’,
    Jahr für Jahr das gleiche Spiel

    Sonntag, 23. September 2012, 12:16 Uhr von Montez

  15. Nur Nebel, wohin ich auch schau
    ganz schön kalt schon und auch ziemlich grau.
    Hebt sich endlich der Schleier
    ist die Sicht wieder freier
    und der Herbst noch mal golden und blau.

    Sonntag, 23. September 2012, 13:12 Uhr von Extramittel

  16. Beim Weiterspielen auf Facebook wurde ich daran erinnert, daß beim Limerick ja strenggenommen ein Ortsname reimgebend sein muß.
    Also:

    Im Jardin des Plantes in Paris
    Ging’s ‘nem Panther ganz eindeutig mies
    Konnte Stäbe nur sehen
    Und im Kreis herumgehen
    Worauf Rilke dann später verwies

    Sonntag, 23. September 2012, 13:15 Uhr von Lotta

  17. Wachste auf, alles diesig und kalt,
    denkste: jetzt schön Spaziergang im Wald
    siehste bloß Nebelschleier
    geht dir voll auf die Eier
    Na ja, wird noch, so ist der Herbst halt.

    Sonntag, 23. September 2012, 13:18 Uhr von Extramittel

  18. Hehe. Sehr schön.

    Sonntag, 23. September 2012, 16:48 Uhr von nicwest

  19. In Eboli die Zitronen blühen
    Dahin kommt man ganz ohne Mühen
    Man setzt sich einfach ins Flugzeug
    Muss halt am Flughafen ausziehen sein Schuhzeug
    aber ich bleib doch lieber hier bei den Kuehen

    Sonntag, 23. September 2012, 20:18 Uhr von la23ng

  20. HErr, auf dem Herd steht Hühnersuppe.
    Mit Dir hätte ich auch noch eins zu rupfen:
    Die Bräune blass,
    Die Füße nass,
    Und auf den Fluren Schnupfen.

    Sonntag, 23. September 2012, 21:28 Uhr von percanta

  21. Sehr schön einfallsreich hier alle. Hier ist noch mal The Raven, aber nicht selbstgedichtet, sondern irgendwo gefunden:

    There once was a girl named Lenore
    and a bird and a bust and a door
    and a guy with depression
    and a whole lot of questions
    and the bird always says “Nevermore.”

    Wem die Gedichte ausgehen, der kann sich in der Disziplin Famous novels rewritten as limericks üben, und danach könnte man mal über Gemälde, Musikstücke und Architektur nachdenken.

    Montag, 24. September 2012, 10:00 Uhr von nicwest

  22. ‘S rief nach dem Kind einst die Made,
    Umsonst, der Specht war ohne Gnade.
    Er pickte den Sohn,
    des Ungehorsam Lohn,
    und das war in der Tat ziemlich schade

    Dienstag, 25. September 2012, 9:04 Uhr von Susanne

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