Archiv Dezember 2012

Kehraus

Montag, 31. Dezember 2012

Das dreckige Geschirr abwaschen, einmal mit dem Staubtuch über die Bücherrücken – das muss reichen. Die Baustellen notdürftig mit Plane abdecken, falls es regnet. Auf repeat drücken und ab und an den Dur-Moll-Schalter umlegen. I never made promises lightly.
Und einfach weiter im Programm. Bilanz ziehen, Vorsätze fassen? Wir sind doch alle erwachsen. Um Mitternacht einen Schluck Tee, in den kleinen Stunden noch mal die Heringe überprüfen, damit das Zelt nicht zusammenkracht. Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt. Wenn er nicht will, dann nicht. Erste Strophe hättnwaschomaimsack, nä?
Ohne dieses geht es allerdings nicht (nächstes Jahr lade ich @adelhaid zu einer Live-Performance ein, die kann das nämlich auch sehr überzeugend vorsingen):

Fächtisch? Dann kommen Sie gut ins neue Jahr.

Limerick (87)

Sonntag, 30. Dezember 2012

A bather whose clothing was strewed
by winds, which left her quite nude,
saw a man come along…
and unless I am wrong
you expected this line to be rude.

Lichtung

Freitag, 28. Dezember 2012


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manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum
Ernst Jandl

In den undurchdringlichen Nebeln des semiotischen Dreiecks lässt sich die Ausdrucksfunktion hinter diesem Beitrag womöglich nicht recht erkennen, aber heute Morgen war es so kalt, dass ich trotz warmer Wandersocken nach einer Stunde Fahrradfahrens angefrorene Zehen hatte. Nämlich.

Die Hübschigkeit der Schauspieler (19)

Dienstag, 25. Dezember 2012

Der Engel mit der Posaune, 1949, mit Paula Wessely, Paul Hörbiger, Oskar Werner

Unsere Filmclubabende finden jetzt also in der Landeshauptstadt statt, wo man ja auch erstmal hinfahren muss. In der neuen Wohnung gibt es zwar nach wie vor das Riesensofa und den Beamer, nicht aber eine große weiße Wand, weshalb der Hausherr extra für uns eine ausziehbare Leinwand an der Decke befestigt hatte. Auch ist das Wohnzimmer viel kleiner, so dass bei vier anwesenden Gästen drei Leute auf dem Boden Platz nehmen mussten.
Der Engel mit der Posaune ist ein österreichischer Schwarz-Weiß-Schinken aus dem Jahr 1949. Frau L. hatte ihn ausgesucht und unter großen Mühen von einer Kollegin aus dem Fernsehen aufnehmen lassen – leider haben wir vergessen zu fragen, was genau sie an dem Film so fasziniert.
Es handelt sich um eine Familiensaga mit Anklängen an die Buddenbrooks, nur auf Österreichisch, die zwischen 1888 und 1945 spielt und private Familiengeschichte mit der großen National- geschichte verknüpft. Man muss ein paar Dinge über Österreich wissen, z.B. was Mayerling ist, und die Figuren haben Namen wie Hans und Franz, Otto-Eberhard und Martha-Monika. Das Auftreten jeder neuen Generation erhöht die Verwechslungsgefahr, die Posaune ist in Wirklichkeit eine Trompete, und zu alledem hat der Film auch noch Überlänge.
Insgesamt ein Lehrstück in Pathos und Verdrängung, in dem beispielsweise die Rede davon ist, dass Hitler „aus dem Nichts“ über die Welt kam, dabei kam er ja nun aus Österreich. Am Ende steht die nächste Generation in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs bereit, um Handwerk und Kultur zu retten und zu neuer Blüte zu führen, dazu spricht der Erzähler salbungsvolle Worte aus dem Off.
Nun ja, wäre da nicht die Riege hochkarätiger Schauspieler (Paula Wessely, Attila und Paul Hörbiger, Maria Schell, Oskar Werner), wir würden das L-Wort in den Mund nehmen. Übrigens ist das nach dem Dritten Mann schon der zweite Film mit Paul Hörbiger, den Frau L. zeigt.
Aber der Vorfilm war super. Er handelte davon, dass die nagelneue Leinwand, als sie heruntergelassen werden sollte, mit Getöse von der Decke krachte, von Bohrmaschine, Staub und Federklapp- dübeln, von ehrgeizigen Heimwerkern, die stundenlang schwitzend mit erhobenen Armen auf Stühlen standen, von Traugott mit dem Kopfpantoffel, von Frau L., wie sie unverfroren charmant die Nachbarn von unten beruhigen ging, und von den Damen auf dem Sofa, die das ganze Geschehen mit den passenden Kommentaren versahen.
Als wir wieder zurückreisten in die Heide, durch Dunkelheit und Schneetreiben, hatte über die Hübschigkeit der Schauspieler niemand ein Wort verloren.

Ein Pasta Noster…

Montag, 24. Dezember 2012

…für das Fliegende Spaghettimonster – alte Tradition in diesem Blog, Weihnachten an dem zu erinnern.






Fliegendes Spaghettimonster, das Du bist im Himmel
Geheiligt werden Deine Anhängsel
Deine Piraten kommen
Deine Soße geschehe
Wie im Himmel so auch auf hoher See
Unser täglich Pasta gib uns heute
Und vergib uns unsere Reiskugeln
Wie auch wir vergeben unseren… *hustnuschel*
Und führe uns nicht nach Kansas
Sondern erlöse uns von den Kreationisten
Denn dein ist die Soße
Und der Käse
Und die Fleischklößchen
In Ewigkeit

Ramen

Happy Holidays.

Eisregen in Hamburg

Sonntag, 23. Dezember 2012

Beim Stichwort Glatteis fallen mir immer zwei Geschichten ein.
Die erste handelt davon, wie meine Schwester einmal von Hannover nach St. Petersburg fliegen wollte, um dort eine Freundin zu besuchen. Ich selbst bin an dem Tag mit dem Zug von Hannover nach Berlin gefahren, und ich erinnere mich gut an die warnenden Durchsagen des Schaffners: Vorsicht beim Aussteigen, der Bahnsteig ist spie-gel-glatt!
Auch die Straßen waren spiegelglatt, und zwar so sehr, dass die meisten Taxifahrer ihre Autos irgendwo abstellten und auf den Verdienst verzichteten. Die S-Bahn zum Flughafen Hannover gab es damals noch nicht, und ich weiß nicht genau wie, aber irgendwie gelang es meiner Schwester, einen Taxifahrer dazu zu bringen, sie zum Flughafen zu fahren, im Schneckentempo und unter Einsatz ihrer beider Leben – ich glaube, es hatte mit Überredung und Bestechung zu tun. Als sie kurz vor dem Abflug ankam, wurde sie zusammen mit den anderen dreieinhalb Fluggästen so begrüßt: Schön, dass Sie gekommen sind. Die meisten Fluggesellschaften haben den Flugverkehr eingestellt, aber Sie haben Glück, Ihr Kapitän hat gesagt, er wolle es mal probieren.
Das war eine beherzte Aussage ganz nach dem Geschmack meiner Schwester, sie zögerte keine Sekunde, da einzusteigen. Und der Mut wurde belohnt.
Die zweite Geschichte ist diese hier.

Tatütata

Samstag, 22. Dezember 2012


















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© Kriki, zitty