Archiv Dienstag, 22. Januar 2013

Zeichnende Zwillinge

Dienstag, 22. Januar 2013

Gestern bei den Zeugniskonferenzen wurden die Zwillinge vermisst, die in den letzten drei Jahren – da waren sie drei, vier und fünf Jahre alt – immer im Lehrerzimmer saßen und auf ihre Mutter warteten. Sie hatten jeweils eine Tasche dabei, mit Malbüchern, Buntstiften und Proviant – Brotdosen mit exakt gleichvielen Keksen zum Beispiel und einem Getränk. Das alles breiteten sie auf dem Tisch um sich herum aus, malten, aßen ab und zu einen Keks und betrieben Konversation mit den wartenden Kollegen, während ihre Mutter in Konferenzen saß. Der eine nahm die Stifte in die ganze Faust und bedeckte großzügig die Seiten mit Farbe, ohne auf die Linien zu achten, und der andere zeichnete fein säuberlich an den Strichen entlang und brauchte ewig, um eine Seite zu füllen.
Und jetzt sind sie umgezogen und fehlen.