This is how I blog

Im Mai muss man über Erdbeeren schreiben, über Vater- und Muttertag und Bilder posten von Katzen auf dem Rücken im Gras. Statt dessen wirft alle Welt mit Stöckchen; ich dachte, an mir geht das vielleicht vorbei – weit gefehlt. Na gut, weil sie es ist. Ich hab aber den Titel geändert, weil Bloggen für mich nicht Arbeit ist, sondern Spaßvergnügen in der Freizeit. Und hier ist eine Liste mit den Beiträgen der anderen.

Bloggerinnen-Typ: Serien- und Gedenktagfixiert. Ich brauche Rituale.
Gerätschaften digital: Vier Jahre alter Laptop mit Kabel-Internetz, zwei Kameras (eine kleine, eine große).
Gerätschaften analog: Nix, was ich zum Bloggen bräuchte.
Arbeitsweise: Einfach Leben leben und warten, dass Ideen angeflogen kommen.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und zur Bookmark-Verwaltung? Die Wiesenraute läuft mit WordPress, das mal dringend ein Update nötig hätte, aber ich trau mich nicht, weil ich Angst habe, das Ganze zu zerschießen. Auf dem Desktop des ollen Laptops liegt ein Word-Dokument mit dem Namen blog.dog (don’t ask), da schreibe ich rein. Recherchieren beginnt oft mit wilder Googelei, manchmal gucke ich aber auch in Bücher. Ich lese ungefähr 50 RSS-Feeds als Live Bookmarks im Firefox, das ist eher wenig, ich weiß, und wird radikal ausgetauscht, wenn ich mich beim Lesen langweile. Übrigens gibt es Blogs, die ich nicht lesen kann, obwohl ich sie thematisch interessant finde – weil sie schlecht geschrieben sind. Und umgekehrt lese ich manch mittelmäßig spannendes Blog nur, weil jemand gut schreiben kann.

Wo sammelst du deine Blogideen? Im Kopf. Wenn ich eine Idee habe, schreibe ich sie in besagtes Word-Dokument (mit handgefertigten Code-Tags!), schlafe eine Nacht drüber (na ja, nicht immer; beim Tagebuchbloggen sowieso nicht) und ändere am nächsten Tag ein paar Dinge, weil ich pingelig mit Sprache bin. Wenn es fertig ist, kopiere ich es ins Blog, und erst wenn das veröffentlicht ist, wird das andere gelöscht.
In blog.dog stehen keine Ideen, sondern nur so einzelne Sätze, die ich dann meistens doch nicht verwende. Im Moment steht dort zum Beispiel: In mildem Lichte Jakob Apfelböck / Erschlug den Vater und die Mutter sein / Und schloss sie beide in den Wäscheschrank / Und blieb im Hause übrig, er allein. Das ist der Anfang eines lustigen Brecht-Gedichts, aber daraus wird wohl eher kein Blogeintrag, zumal ich das schon vertwittert habe. Wenn ich irgendwas in diesem Internetz nicht leiden kann, dann das Doppelt- und Dreifachverwerten von Dingen.
Und natürlich beinhaltet blog.dog eine Limericksammlung für karge Zeiten, die wird immer mal wieder ergänzt.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick / Shortcut fürs Bloggen / im Internet? Äh – mein Ziel ist nicht, zeitsparend zu bloggen. Ich schreibe gerne, und ich verwende gern viel Zeit für die Verbesserung von Text. Der beste Zeitspar-Trick für dieses Internetz ist, es nicht zu benutzen.

Benutzt du eine To-Do-List-App? Welche? Nein. Ich schreibe manchmal per Hand To-Do-Listen, für die Arbeit. Außerdem verfasse ich mit Hingabe Einkaufslisten, nur um sie dann zu Hause zu vergessen.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst? Ohne Telefon kann ich sehr gut leben – die Möglichkeit, ständig erreichbar zu sein, macht mir Angst, und ich telefoniere nur, wenn es unbedingt sein muss. Ich halte ja die Waschmaschine für eine der bahnbrechenden technischen Errungenschaften, und natürlich den Kopierer, ohne den ich mir meine Arbeit nicht vorstellen kann. Aber das ändert sich bestimmt bald.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere? Och, ich kann viele Dinge ganz gut, wenn auch nicht besser als andere. Aber das reicht mir eigentlich.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen? Nichts. Multitasking überfordert mich. Das ist Erziehungssache, glaube ich; ich durfte früher beim Hausaufgabenmachen nie Musik hören – und jetzt kann ichs nicht, es lenkt mich ab.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Nachtigall oder Lerche? Lerche. Morgens früh wach, auch in den Ferien, und die produktivste Zeit ist der Vormittag.

Eher introvertiert oder extrovertiert? Introvertiert; ich spreche auch nicht so gerne, schon gar nicht morgens. Manchmal komme ich natürlich nicht darum herum.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten? Wer will, bitte bedienen Sie sich.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast? „Stell dich nicht so an. Man muss sein ganzes Leben lang Dinge tun, die man noch nie getan hat.“

Noch irgendwas Wichtiges? Schreiben hilft. Immer.

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