Archiv Mittwoch, 12. März 2014

Es ist so wunderschön

Mittwoch, 12. März 2014

Dass man mit Schülern Spaß haben kann, ist ein Grund, warum ich ganz gerne zur Schule gehe – leider nur bekommt der Lehrkörper vom zuweilen bizarren Humor des Schölers meist nicht so viel mit. In diesem Zusammenhang erwies es sich in der zehnten Klasse als gute Idee, die Hausaufgabe zuerst untereinander vergleichen und kommentieren zu lassen, bevor sie vorgelesen und eingesammelt wurde. Alles freiwillig übrigens – nicht die Hausaufgabe, aber das Vorlesen und Abgeben. Es handelte sich um eine Interpretation des Gedichts An Ihro Gnaden von Christian Friedrich Daniel Schubart. Sturm und Drang, 1774, bürgerliches Aufbegehren gegen den Adel und so weiter. Albert Einstein kommt da jedenfalls nicht drin vor.

An Ihro Gnaden
Es kennen Ihro Gnaden
Redouten, Maskeraden,
Die Prüden und Koketten
An ihren Toiletten.

Sie sprechen mit der Base
Französisch durch die Nase,
Sie können Deutschland schimpfen
Vornehm mit Naserümpfen;

Den Bürger stolz verachten,
Und die nach Weisheit trachten
Bestraft Ihr kühner Tadel – –
Mein Seel! Sie sind von Adel!

Und einer dieser überaus albernen Zehntklässler hat danach eine grandiose Rezitation des Goetheschen Prometheus hingelegt, mit exzellentem schauspielerischem Talent. Das wollen wir doch mal festhalten.