Die Hübschigkeit der Schauspieler (36)

Ae Fond Kiss, 2004, mit Atta Yaqub, Eva Birthistle, Gary Lewis

Am 12. Dezember letzten Jahres sollte der nächste Filmclub-Termin sein, der fiel aus irgendeinem Grund aus. Stattdessen starten wir im Februar dieses Jahres in die nächste Runde, es ist die achte. Fünfunddreißig Filme haben wir schon gesehen, und es ist erstaunlich, welche sich im Gedächtnis eingeprägt und welche wir komplett vergessen haben. Ich persönlich habe zwei fette Ohrwürmer davongetragen – die Zithermusik aus Der dritte Mann und diesen hier; letzteren so much so, dass sich automatisch die Melodie einfindet, wenn ich irgendwo das Wort forsake lese. –
Diesmal also Ae Fond Kiss, benannt nach einem berühmten Robert-Burns-Lied, das im Film auch jemand singt.

Ae fond kiss, and then we sever;
Ae fareweel, alas, for ever!
Deep in heart-wrung tears I’ll pledge thee,
Warring sighs and groans I’ll wage thee.
Who shall say that Fortune grieves him,
While the star of hope she leaves him?
Me, nae cheerful twinkle lights me;
Dark despair around benights me.

Der Film spielt in Glasgow, und die Leute reden mit schwer schottischem Akzent, was für mich heimatlich klingt und für alle anderen unverständlich. Aber es gibt ja Untertitel. Und der Hübschigkeit der Schauspieler tut dieser Film unbedingt Genüge, das wollen wir doch mal festhalten.
Zehn Jahre alt ist er und gleichzeitig aktuell und zeitlos, weil er sich mit der ewigen Frage beschäftigt, was passiert, wenn Leute in eine andere Kultur übersiedeln. Der alte Neoneorealist und Sozialkritiker Ken Loach behandelt diese Frage so, dass man die Antwort am Ende erst recht nicht weiß – er betrachtet sie von mehr als zwei Seiten und kann ihr tragische und komische Facetten abgewinnen.
Der Satz des Abends lautet: Wencke Myhre sieht spanischer aus als der Kollege Gastgeber. Was das mit dem Film zu tun haben soll, weiß ich nicht.

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